Mit einem Notruf bei der Polizei in London soll Barron Trump, der jüngste Sohn des amerikanischen Präsidenten, das Leben einer Freundin gerettet haben. Wie in den vergangenen Tagen während eines Strafprozesses vor dem Gericht in Snaresbrook im Londoner Bezirk Redbridge bekannt wurde, alarmierte der damals Achtzehnjährige die Polizei, als er im Januar 2025 bei einem Videoanruf Zeuge eines Angriffs auf die Engländerin wurde. „Ich rufe aus den Vereinigten Staaten an. Ich habe gerade einen Anruf von einem Mädchen bekommen, das verprügelt wird“, ließ Trump die Leitstelle wissen. Wie der Student sagte, hatte er minutenlang versucht herauszufinden, wie er aus Amerika die Polizei in London erreicht. „Es ist ein echter Notfall“, sagte er laut den Protokollen des Telefongesprächs, welche die Staatsanwaltschaft dem Gericht jetzt vorlegte. Wie sich herausstellte, soll Trumps Bekannte damals tatsächlich in Lebensgefahr gewesen sein. Die britischen Justizbehörden erhoben später Anklage gegen einen früheren Freund der anonymen Frau. Der 22 Jahre alte Russe soll sie geschlagen, gewürgt und zweimal vergewaltigt haben. „Barron hat geholfen, mein Leben zu retten. Sein Anruf in genau dem Moment war ein Zeichen von Gott“, sagte das mutmaßliche Opfer vor Gericht aus. Beamte fuhren zur Wohnung der Frau Nach Trumps Notruf, bei dem er angab, die Britin in den sozialen Medien kennengelernt zu haben, waren mehrere Beamte zu der Wohnung der jungen Frau gefahren. Sie bestätigte, mit Barron Trump befreundet zu sein. Einer der Beamten schloss daraus, dass es sich bei dem „Informanten aus Amerika“ um den Sohn von Präsident Donald Trump handelte. Der Neunzehnjährige ist das einzige Kind aus der Ehe des 79 Jahre alten Republikaners mit der 55 Jahre alten Melania Trump. Aus Trumps früheren Ehen mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Ivana und mit der Schauspielerin Marla Maples stammen Barron Trumps ältere Halbgeschwister Don Jr., Eric, Ivanka und Tiffany. Wie Barron Trump später zu Protokoll gab, hatte er das mutmaßliche Opfer am frühen Morgen des 18. Januar 2025 angerufen. Anstelle der jungen Frau nahm ein „Mann mit nacktem Oberkörper und dunklen Haaren“ den Videoanruf entgegen. Der Unbekannte soll damals vor Trumps Augen auch ausgeholt und die weinende Frau geschlagen haben. Wie der Student der New York University schrieb, hatte die Britin zuvor wiederholt von Drohungen des Russen erzählt. Der Zweiundzwanzigjährige stellte das mutmaßliche Verbrechen derweil als eher harmlose Auseinandersetzung eines Paars dar. Er habe vor Trumps Videoanruf mit seiner damaligen Freundin Alkohol konsumiert und gestritten. Den Vorwurf, sie angegriffen zu haben, wies er zurück. Er habe lediglich die Hände der weinenden Frau festgehalten, als sie „hysterisch“ geworden sei. Als er Barron Trumps Namen auf dem Mobiltelefon seiner früheren Freundin sah, habe er den Anruf entgegengenommen in der Hoffnung, dass sie die Auseinandersetzung vor dem Präsidentensohn nicht fortsetzen würde. Barron Trump ließ dagegen wissen, die Handgreiflichkeiten des Russen seien eindeutig gewesen. „Sie wird gerade sehr brutal geschlagen. Es tut mir leid, wenn ich unfreundlich war“, sagte Trump dem Beamten in der Leitstelle, der ihm während des Notrufs Unhöflichkeit vorwarf. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.
