FAZ 21.01.2026
15:40 Uhr

„Barca des Kaukasus“: Das ist der Eintracht-Gegner Qarabağ Ağdam


Ein unangenehmer Gegner erwartet die Eintracht in der Königsklasse: Aserbaidschans Meister Qarabağ Ağdam setzt auf den Heimvorteil in Baku. Sie stehen dort, wo die Frankfurter gerne hinwollen.

„Barca des Kaukasus“: Das ist der Eintracht-Gegner Qarabağ Ağdam

Ein Hauch von Geschichte umweht dieses Spiel. Erstmals treffen ein Verein aus Aserbaidschan und ein Klub aus Deutschland in der Champions League aufeinander. Aserbaidschans Meister Qarabağ Ağdam empfängt die Eintracht an diesem Mittwochabend (18.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) im Tofiq-Bəhramov-Stadion in Baku. Bereits zweimal haben sie gegeneinander gespielt: in der Qualifikation zur UEFA Europa League 2013/14. Beide Partien entschieden die Frankfurter damals für sich (2:0 und 2:1). Ein gutes Omen? Doch seither hat sich der Verein aus Aserbaidschan stabilisiert. Auf die Eintracht wartet somit zwar ein bekannter, aber unangenehmer Gegner. Aserbaidschans Meister ist seit mehr als einem Jahrzehnt Stammgast in europäischen Wettbewerben. Der Verein gilt als „FC Barcelona des Kaukasus“. „Wir schätzen diesen Spitznamen natürlich“, sagte Trainer Gurban Gurbanow dem „Kicker“. Gleichwohl räumt der einstige Stürmer ein, dass die Eintracht ihnen „in allen Belangen überlegen“ sei. Spielphilosophie vom deutschen Fußball geprägt Der 53 Jahre alte Dauertrainer – 18 Jahre lang – setzt auf Ballbesitz, Ballkontrolle, Disziplin und Kampfbereitschaft. Er bevorzugt die 4-2-3-1-Formation, in der Defensive stabil, in der Offensive flexibel – auch das temporeiche Umschaltspiel gelingt ihnen besser. Mit dieser Spielweise trotzten sie dem FC Chelsea einen Punkt ab (2:2), gegen Benfica Lissabon setzten sie sich auswärts 3:2 durch. Nach sechs Spielen kann sich die Bilanz in der Königsklasse durchaus sehen lassen: zwei Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen. Mit sieben Punkten stehen sie auf dem 22. Platz und damit in den Play-off-Rängen – also dort, wo die Eintracht hinwill. Gurbanows Team schoss zehn Tore und musste 13 Gegentreffer hinnehmen. Der durchschnittliche Ballbesitz liegt bei rund 46 Prozent, die Passgenauigkeit bei rund 82 Prozent. Eine Führung über die Zeit bringen kann Qarabağ in dieser Champions-League-Saison jedoch nicht: Acht Punkte haben sie dadurch verspielt. In der heimischen Liga stehen sie mit 36 Punkten, 32 Toren und zehn Gegentreffern auf dem zweiten Platz. Hier sind sie defensiv stabiler und weniger fehleranfällig. Die Entwicklung ist ein Verdienst von Trainer Gurbanow. Er ist ruhig und führt keinen Zirkus an der Seitenlinie auf. Zudem hat er den deutschen Fußball studiert. Dessen Spielphilosophie sei von den „Prinzipien der Einfachheit und des Durchhaltevermögens“ geprägt, erklärte er. Die Eintracht täte gut daran, diesen Gegner nicht zu unterschätzen.