Die Idee, im Bahnhofsviertel ein Rauschmuseum einzurichten, hat in der Politik Verwunderung ausgelöst. Nils Kößler, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtparlament, sprach von einem „völlig verfehlten Signal“. Statt Probleme zu lösen, sollten sie offenkundig inszeniert und damit verharmlost werden. Stattdessen müssten die medizinische Betreuung Suchtkranker ausgebaut und wirksame Ausstiegsstrategien entwickelt werden. Der Vorschlag, auf dem Karlsplatz ein Museum zur Kulturgeschichte des Rausches zu errichten, findet sich in einem Papier, mit dem die Stadt ihre Strategie für das Bahnhofsviertel bis zum Jahr 2040 darstellt. Der Stadtverordnete Uwe Schulz (Fraktion BFF-BIG) vermutet dahinter einen „Aprilscherz im Dezember“. Die Schicksale schwerstkranker Menschen zu kultivieren und zu romantisieren, sei „blanker Zynismus“. Innenminister Roman Poseck (CDU) hat die Pläne als „skurril“ bezeichnet. Er sagte, Drogensüchtige benötigten soziale und gesundheitliche Angebote. Das sei ein Gebot der Menschlichkeit, denn vor allem mit der Droge Crack sei großes Elend verbunden. Diese Angebote müssten so ausgestaltet sein, dass sie keine Magnetwirkung für Drogenkonsumenten auslösten. Es könne nicht im Interesse Frankfurts liegen, Anlaufstelle für Crack-Süchtige aus einem Umkreis von mehreren Hundert Kilometern zu sein. Poseck kritisierte auch das geplante Suchthilfezentrum an der Niddastraße und warb für den im Frühjahr vorgestellten Sieben-Punkte-Plan des Landes. Für Dealer brauche es Konsequenz, es helfe nur die Härte des Rechtsstaats. „Diese muss darauf ausgerichtet sein, den Kreislauf aus Handel und Konsum von Betäubungsmitteln sowie sonstiger Kriminalität zu durchbrechen.“
