Der VW Golf ist wiederum das meistverkaufte Auto des Jahres in Deutschland. Trotz spürbaren Rückgangs ließ sich der Wolfsburger Kompaktwagen auch 2025 nicht vom Thron stoßen. Platz zwei nimmt das in derselben Kategorie antretende SUV T-Roc ein, Platz drei das mittelgroße SUV Tiguan. Volkswagen hat damit das Podium für sich. Mit schönem Zuwachs hat sich als Erster außerhalb des VW-Konzerns der Kleinwagen Corsa von Opel auf Platz vier vorgeschoben. 2,86 Millionen Personenwagen sind im vergangenen Jahr neu zugelassen worden. Das ist also noch mal glimpflich ausgegangen, lange hatte es noch düsterer ausgesehen. Im Dezember kam es zu einem Endspurt und damit aufs Jahr gesehen zu einem Zuwachs um 1,4 Prozent. Freilich sagen die nackten Zulassungszahlen nichts über den Ertrag, es kann zu diversen Eigenzulassungen gekommen sein, um die Statistik zu schönen und die Fabriken auszulasten. Bekanntlich ist nichts teurer als leer stehende Kapazitäten. Für das laufende Jahr 2026 sagt der deutsche Autoverband VDA 2,9 Millionen Neuzulassungen voraus. Wegen der gesamtwirtschaftlichen Schwäche sei keine spürbare Erholung zu erwarten. VW verkauft rund 85.000 Golf im Jahr Im Segment der Elektroautos ist der frische Škoda Elroq der Aufsteiger des Jahres 2025, das kompakte SUV fand aus dem Stand heraus gut 25.000 Käufer. Absolut die Nummer eins unter den Elektrikern bleibt der als Kombi und Limousine verfügbare Mittelklassewagen ID 7 von Volkswagen. Die dreizehn auftretenden chinesischen Automarken kamen zusammen auf 63.712 Neuzulassungen in Deutschland und einen Marktanteil von 2,23 Prozent. Zur Einordnung: VW verkauft rund 85.000 Golf im Jahr. Der Großteil des chinesischen Absatzes entfiel auf die schon länger etablierte Marke MG mit 26.479 Neuzulassungen und 0,9 Prozent Marktanteil, dahinter auf BYD mit 23.306 Neuzulassungen und 0,8 Prozent. Wir rechnen im Gegensatz zu manch anderem die Marke Volvo nicht mit zu den Chinesen, weil wir derlei als Effekthascherei zur Stützung eines Narrativs betrachten würden. Volvo hat zwar einen chinesischen Eigentümer, produziert aber nach wie vor überwiegend in seiner Heimat Schweden. Hielten wir es anders, müssten wir auch über die indischen Ambitionen schreiben, bekanntlich gehören Land Rover und Jaguar gesellschaftsrechtlich dorthin. 4,15 Millionen Personenwagen wurden gebaut Die meisten Marken schlagen sich auf dem deutschen Markt wie erwartet. So landet Volkswagen auf Platz eins, gefolgt von Mercedes-Benz und BMW. Überraschend steil bergab ging es mit Tesla, der amerikanische Elektroautopionier hat fast die Hälfte seines Absatzes verloren. Erfreulich kommen Škoda und Renault voran, während es etwa für Kia und Peugeot arg abwärtsging. Für die hiesigen Arbeitsplätze maßgeblich ist die Herstellung von Fahrzeugen im Inland. Der Verband der Automobilindustrie VDA meldet, die inländische Produktion von Personenwagen habe leicht über dem Vorjahresniveau gelegen. 4,15 Millionen Personenwagen wurden gebaut, mithin zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit liegt die Produktion das dritte Jahr in Folge auf dem ungefähr gleichen Niveau. Das ist keine gute Nachricht. In Zeiten vor der Corona-Pandemie hatte man sich an Volumina gewöhnt, die 15 bis 20 Prozent höher lagen. Gleiches gilt für den Export. Wieder Verbrennungsmotoren im Angebot Besorgniserregend wirken die Auftragseingänge. Laut VDA gaben die Auftragseingänge aus dem Inland im Dezember um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat nach. Hintergrund sei vor allem die schwache gesamtwirtschaftliche Lage. Die Bestellungen aus dem Ausland lägen um 8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wohin die Reise geht, ist unsicherer denn je. Einige Hersteller holen wieder Verbrennungsmotoren in ihr Angebot, manche sogar längst für tot erklärte Dieselaggregate. Das Elektroauto nimmt weiterhin nicht genügend Fahrt auf, als dass es für die politisch gesetzten Vorgaben ausreichte. Die rein batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeuge erlebten freilich einen satten Anstieg um 43 Prozent auf rund 545.000 Einheiten. Sie erreichen damit einen Anteil an den Neuzulassungen von 19,1 Prozent, das sind 5,6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Präsidentin des Importeurverbandes VDIK, Imelda Labbé, mahnt dennoch: „Die Neuzulassungen an Modellen mit alternativen Antrieben sind 2025 noch einmal deutlich gestiegen. Allerdings bleibt der Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge etwas hinter den Prognosen zurück. Trotz der Produktoffensive reichte der Gesamtmarktanteil noch nicht aus, um die CO2-Flottengrenzwerte zu erreichen.“ Besonders zu schaffen macht dem Vernehmen nach allen Herstellern der unvermindert rapide Verfall der Restwerte gebrauchter Elektroautos, der den in diesem Segment eminent wichtigen Leasingmarkt zu sprengen droht.
