Unter den 43 Todesopfern des schweren Zugunglücks in Spanien ist auch eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit. Das bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin. Über die genaue Anzahl der betroffenen Deutschen gebe es ansonsten noch keine verlässlichen Angaben. Beim Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge in Andalusien waren am Sonntagabend 43 Menschen ums Leben gekommen, 292 wurden verletzt. Am Dienstagabend verlor außerdem ein Auszubildender auf einer Übungsfahrt in Katalonien im Führerstand einer Regionalbahn das Leben. Die Stützmauer einer Autobahn war eingestürzt und hatte die Spitze des Zugs unter sich begraben. Obwohl die Strecken nach dem Zugunglück am Dienstagabend wieder freigegeben sind, weigern sich die Lokomotivführer, ihre Arbeit aufzunehmen. Ihre Gewerkschaften forderten schriftliche Sicherheitsgarantien des Netzbetreibers Adif. So dauerte auch am Donnerstag in ganz Katalonien der Stillstand des Regionalverkehrs an. Weil zusätzlich die Autobahn AP-7 in der Nähe der Unfallstelle bei Martorell gesperrt ist, kam es ein weiteres Mal zu einem Verkehrschaos im morgendlichen Pendlerverkehr. Die Gewerkschaft Semav hat die Lokomotivführer zu einem Streik in ganz Spanien aufgerufen, um gegen die mangelnde Sicherheit im Eisenbahnnetz zu protestieren. Der große Ausstand soll am 9., 10. und 11. Februar stattfinden und könnte auch die Hochgeschwindigkeitszüge betreffen. Der spanische Verkehrsminister will nun mit den Gewerkschaften verhandeln, um den Streik abzuwenden.
