FAZ 27.11.2025
14:52 Uhr

Ausländer zahlen mehr: „America-First“-Eintrittspreise in Nationalparks angekündigt


100 Dollar mehr pro Besuch: Das amerikanische Innenministerium kündigt an, für elf Nationalparks die Gebühren für ausländische Besucher zu erhöhen.

Ausländer zahlen mehr: „America-First“-Eintrittspreise in Nationalparks angekündigt

Die Besuche von Nationalparks in den Vereinigten Staaten werden für Nicht-Amerikaner künftig teurer. Das Innen­ministerium kündigte an, die Gebühren für sogenannte Non-residents für elf der Parks, unter ihnen Yosemite, Grand Canyon und Yellowstone, um 100 Dollar je Besuch zu erhöhen. Auch an Feiertagen wie dem Unabhängigkeitstag am 4. Juli und dem Gedenktag für Kriegsveteranen am 11. November, an denen in der Vergangenheit unentgeltliche Aufenthalte angeboten wurden, müssen Besucher aus dem Ausland von Januar an zahlen. Der Jahrespass „America the Beautiful“ kostet für Nicht-Amerikaner und Personen ohne dauerndes Aufenthaltsrecht künftig 250 Dollar, Amerikaner zahlen weiter 80. „Gäste aus dem Ausland tragen gerechten Anteil“ Die sogenannten America-First-Eintrittspreise gehen auf ein Dekret von Präsident Donald Trump zurück. Der Republikaner hatte im Juli angekündigt, die Preise für Ausländer zu erhöhen, um trotz geplanter Budgetkürzungen ausreichende Mittel für die Pflege der Nationalparks ­bereitzustellen. „Die neuen Regelungen sorgen dafür, dass sich amerikanische Steuerzahler, welche die Nationalparks schon unterstützen, weiterhin Besuche leisten können, während Gäste aus dem Ausland ihren gerechten Anteil tragen“, sagte Innenminister Doug Burgum. Laut dem National Park Service (NPS) besuchten im vergangenen Jahr fast 332 Millionen Menschen die mehr als 60 Parks der Vereinigten Staaten. Knapp 15 Millionen von ihnen kamen aus dem Ausland. Der damalige demokratische Präsident Woodrow Wilson hatte den National Park Service im Sommer 1916 per Gesetz gegründet. Der erste Nationalpark der Vereinigten Staaten, Yellowstone, bestand bei Wilsons Unterschrift bereits 44 Jahre. Die National Park Service Organic Act sah vor, die oft entlegenen Regionen als Eigentum der Regierung zu pflegen und zu schützen. „Dies soll auf eine Art geschehen, welche die Parks unbeeinträchtigt lässt, um sie für künftige Generationen zu erhalten“, verlangte das Gesetz. 40 Millionen Dollar Verlust durch Haushaltssperre Wie die Gesellschaft für den Erhalt der Nationalparks (NPCA) moniert, fällt der Behörde die Aufgabe aber immer schwerer. Trump hatte nach dem Wiedereinzug ins Weiße Haus im vergangenen Januar bei NPS nicht nur etwa 4000 Stellen gestrichen. Während der 43 Tage langen Haushaltssperre, bei der viele der Parks geschlossen blieben, seien auch mehr als 40 Millionen Dollar an Eintrittsgebühren ausgeblieben. Nach früheren Kürzungen warnte NPCA vor fehlenden Mitteln für die Pflege der Wildtiere, für Brandschutz und Forschung. Vandalismus, Müll und Wanderer abseits der ausgewiesenen Routen während des vor knapp drei ­Wochen beendeten Shutdowns hätten ­zudem „ökologische Folgen“ für die ­Nationalparks mit sich gebracht, deren Beheben zusätzliche Kosten verursache. Ob die Finanzlöcher durch erhöhte ­Gebühren von Nicht-Amerikanern gestopft werden können, ist umstritten. Wie der Hotelier Mark Howser, der in der ­Nähe des Glacier-Nationalparks im Nordwesten von Montana Besucher aus aller Welt beherbergt, der Nachrichtenagentur AP sagte, könnte vielen ein Aufenthalt zu teuer werden. Besucher zahlten schon jetzt 35 Dollar per Auto, um in den Park zu kommen. Weitere 100 Dollar für jeden nicht-amerikanischen Autoinsassen sei der „todsichere Weg“, sie von einem ­Besuch abzuhalten.