FAZ 14.01.2026
15:04 Uhr

Ausländer eingeschleust?: Nagelstudiobetreiber unter Verdacht – Razzia in fünf Bundesländern


Die Polizei hat Wohn- und Geschäftsräume in fünf Bundesländern durchsucht. Ein Mann wird verdächtigt, Personen ohne Aufenthaltserlaubnis in Nagelstudios beschäftigt zu haben.

Ausländer eingeschleust?: Nagelstudiobetreiber unter Verdacht – Razzia in fünf Bundesländern

Mehr als 1000 Einsatzkräfte von Bundespolizei, Zoll, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft sind am Mittwoch mit einer großangelegten Razzia in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen gegen eine 27 Personen umfassende Gruppe vorgegangen. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 56 Jahre alter Mann aus Düsseldorf, der festgenommen wurde. Die Ermittler verdächtigen ihn, bereits seit 2010 unter anderem in Düsseldorf, Köln, Dortmund, Stuttgart und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg zeitgleich bis zu zehn Nagelstudios betrieben und dort vietnamesische Staatsbürger ohne entsprechende Aufenthaltserlaubnis beschäftigt zu haben. Gegen den Mann wird wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern, des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Durch nicht ordnungsgemäß angemeldete Löhne sind Sozialkassen und Finanzverwaltung nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler mehr als sieben Millionen Euro entgangen. In Düsseldorf und Dortmund wurden zudem zwei sogenannte Storemanagerinnen im Alter von 36 und 44 Jahren festgenommen, die dem Hauptverdächtigen Beihilfe geleistet haben sollen. Die konzertierten länderübergreifenden Ermittlungen werden gemeinsam von der Bundespolizeiinspektion Köln, der Abteilung Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Düsseldorf und vom neu gegründeten NRW-Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität geführt.