Franzosen mit einer Rede auf Französisch zu begeistern, ist für Nichtmuttersprachler keine leichte Sache. Dem kanadisch-amerikanischen Filmstar Jim Carrey ist es am vergangenen Donnerstag gelungen. In Paris nahm er bei der 51. César-Verleihung den französischen Filmehrenpreis für sein Lebenswerk entgegen und bedankte sich in einer langen Rede – auf Französisch. Er erzählte von seinen Vorfahren, die einst aus Saint-Malo nach Kanada ausgewandert waren, bedankte sich bei Freunden und Unterstützern und flocht sogar einige Wortspiele ein. Frankreichs Filmgrößen zollten ihm dafür mit stehendem Applaus Respekt. Seit dieser Rede geistert Carreys Auftritt durchs Netz – allerdings sorgt er nicht wegen der Leistung, sich eine neue Fremdsprache anzueignen, für Furore. Vielmehr spekuliert das Netz mal wieder über Äußerlichkeiten: Was ist mit seinen Wangen passiert? Sieht die Stirn nicht anders aus als sonst? Als auch noch Alexis Stone, der dafür berühmt wurde, mit geschickter Maske Promis zu imitieren, auf seinem Instagram-Account behauptet, er stecke hinter dem Auftritt, überschlugen sich die Gerüchte. „Er hat sich den ganzen Sommer darauf vorbereitet“ Nun meldete sich Gregory Caulier, Präsident der César-Académie, im Branchenblatt „Variety“ zu Wort. Er tat die Gerüchte als ärgerliche Lappalie ab: „Jim Carrey hat seit dem Sommer an diesem Auftritt gearbeitet. Er war gerührt von der Einladung. Wir hatten acht Monate lang konstruktive Gespräche geführt. Er hat monatelang an seinem Französisch gearbeitet und mich zur genauen Aussprache bestimmter Wörter befragt.“ Caulier fügte hinzu, dass der Hollywoodstar mit seiner Partnerin, seiner Tochter, dem Enkel und zwölf engen Freunden und Familienmitgliedern sowie seinem Publizisten angereist war. „Sein alter Freund Michel Gondry, mit dem er für einen Film und zwei Serien zusammengearbeitet hat, begrüßte ihn“, so Caulier. Für Gondry hatte Carrey vor mehr als zwanzig Jahren im Film „Vergiss mein nicht!“ („Eternal Sunshine of the Spotless Mind“) vor der Kamera gestanden. Die Arbeit gehört zu den ernsteren Rollen des heute 64 Jahre alten Schauspielers. Berühmt geworden ist er als Komiker mit großem Talent für Körperlichkeit in Filmen wie „Die Maske“, „Der Grinch“ oder „Ace Ventura“.
