FAZ 28.01.2026
06:10 Uhr

Aufruhr in Minnesota: Demokratin Ilhan Omar bei Rede in Minneapolis angegriffen


Demokratische Abgeordnete Omar mit unbekannter Flüssigkeit bespritzt

Aufruhr in Minnesota: Demokratin Ilhan Omar bei Rede in Minneapolis angegriffen
US-Heimatschutzministerin Kristi Noem (Foto: AL DRAGO/Getty Images via AFP)

Die demokratische US-Kongressabgeordnete Ilhan Omar ist bei einer Rede in Minneapolis von einem Mann mit einer unbekannten Flüssigkeit aus einer Spritze besprüht worden. Der Mann wurde von einem Sicherheitsbeamten zu Boden geworfen und abgeführt. Omar, die häufig von US-Präsident Donald Trump attackiert wird, blieb nach Angaben ihres Büros unversehrt. Der Vorfall ereignete sich bei einer Bürgerversammlung in Minneapolis. Die Stadt wird seit Wochen von Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE und den dagegen gerichteten Protesten erschüttert. Omar setzt ihre Rede nach dem Angriff fort Unmittelbar vor dem Angriff hatte Omar die Abschaffung der Einwanderungsbehörde gefordert. ICE könne weder reformiert noch rehabilitiert werden, erklärte die Abgeordnete und forderte zudem, US-Heimatschutzministerin Kristi Noem müsse „zurücktreten oder sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen“. Daraufhin sprang ein Mann in der ersten Reihe auf und bespritzte die Abgeordnete mit der unbekannten Flüssigkeit, Omar ging mit erhobener Faust auf den Angreifer zu, ehe sie zurück ans Podium trat. Sicherheitsbeamte rangen den Mann zu Boden. Er wurde nach Angaben von Omars Büro von der Polizei von Minneapolis festgenommen. Nach dem Angriff setzte die Abgeordnete somalischer Herkunft ihre Rede fort: „Wir werden standhaft bleiben, egal was sie uns auch entgegenwerfen mögen“, sagte sie. „Wir machen weiter, diese Arschlöcher kommen so nicht davon“, fügte sie hinzu, nachdem sie um ein Handtuch gebeten hatte. Auf der Plattform X schrieb sie später noch, ihr gehe es gut. Ein „kleiner Unruhestifter“ werde sie nicht einschüchtern und davon abhalten, ihre Arbeit zu machen. Omar dankte den Bürgern ihres Wahlkreises, die zu ihr hielten. Zusammenhang mit Trumps Angriffen auf somalische Einwanderer? Zuvor hatte US-Präsident Trump die in Somalias Hauptstadt Mogadischu geborene Omar und ihr Herkunftsland abermals angegriffen. Die Abgeordnete „kommt aus einem Land, das eine Katastrophe ist“, sagte Trump während einer Rede im US-Bundesstaat Iowa. „Das ist ehrlich gesagt nicht einmal ein Land“, fügte er hinzu. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus vor etwas über einem Jahr hat Trump laut dem US-Thinktank New America 143 Angriffe gegen Somalia angeordnet und die diplomatischen Beziehungen zurückgefahren. Zuletzt stellte er die humanitäre Hilfe für das ostafrikanische Land ein. Ein Grenzschützer hatte am Samstag am Rande einer Abschiebe-Razzia in Minneapolis den 37-jährigen Krankenpfleger Alex Pretti erschossen. Das Heimatschutzministerium sprach von „Abwehrschüssen“. Videoaufnahmen zeigen den bereits überwältigten Pretti jedoch am Boden und lassen erhebliche Zweifel an dieser Darstellung aufkommen. Ein ICE-Mitarbeiter hatte zudem am 7. Januar tödliche Schüsse auf die unbewaffnete Mutter Renee Good abgegeben.