FAZ 06.10.2026
13:18 Uhr

Attentäter von 2009: Trump genehmigt Hinrichtung eines Soldaten


Der amerikanische Soldat Nidal Hasan hat im Jahr 2009 auf einem US-Militärstützpunkt 13 Menschen getötet. Nun soll er erschossen werden.

Attentäter von 2009: Trump genehmigt Hinrichtung eines Soldaten

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat die Erschießung eines zum Tode verurteilten US-Soldaten genehmigt. Das teilte Pentagonsprecher Sean Parnell am Montag auf der Plattform X mit. Dabei geht es um Nidal Hasan, der im Jahr 2009 zwölf Soldaten und einen Zivilisten auf der Militärbasis Fort Hood tötete und 32 weitere Menschen verletzte. Parnell schrieb auf X, Verteidigungsminister Hegseth habe Trump die Exekution per Erschießungskommando empfohlen. Dieser habe sie genehmigt. Der Staatssekretär des Heeres werde den Ort und den Zeitpunkt der Hinrichtung festlegen. „Der Tag der Abrechnung für Hasan ist endlich gekommen“, fügte Parnell hinzu. Hasan ist der erste Soldat seit mehr als 60 Jahren, der vom US-Militär hingerichtet werden soll. 1961 wurde ein Soldat wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elf Jahre alten Mädchen gehenkt. Hasans Exekution könnte aber noch abgesagt werden, sollte sich ein Gericht einschalten. Nidal Hasan war zum Zeitpunkt der Tat Psychiater der amerikanischen Armee. Am 5. Dezember 2009 eröffnete der Mann mit seiner persönlichen Dienstwaffe das Feuer auf zufällig Anwesende auf dem Armeestützpunkt Fort Hood in Texas. Pentagonsprecher Parnell schrieb, er habe während der Attacke „Allahu Akbar“ gerufen. Hasan sagte später, er habe einen „Dschihad“ nach Amerika tragen wollen. Das sei eine Reaktion auf die „illegalen und unmoralischen“ Kriege der Vereinigten Staaten in Afghanistan und im Irak gewesen. Hasan, heute 56 Jahre alt, ist von der Hüfte an abwärts gelähmt, weil ein Polizist, der zum Tatort geeilt war, auf ihn geschossen und ihn verletzt hatte. Hasan wurde in den Vereinigten Staaten als Sohn palästinensischer Eltern geboren. 1997 begann er seine Ausbildung an der Militärmedizinischen Hochschule. In den Jahren vor seiner Attacke radikalisierte er sich im Zuge des Kriegs gegen den Terror, den die Vereinigten Staaten nach dem Anschlag vom 11. September 2001 führten. Vor dem Kriegsgericht bekannte sich Hasan zu seiner Tat; er drückte keine Reue aus. Er wurde im Jahr 2013 schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Momentan sitzt er in der Militärstrafanstalt in Fort Leavenworth im Bundesstaat Kansas ein. Einem Psychologen soll er gesagt haben, er wäre gern bei seinem Amoklauf getötet worden, um ein Märtyrer zu werden. Sollte er hingerichtet werden, würde er dieses Ziel immer noch erreichen. Momentan warten vier amerikanische Militärangehörige auf ihre Hinrichtung. Diese müssen, im Gegensatz zu anderen Hinrichtungen, persönlich vom Präsidenten genehmigt werden.