FAZ 29.12.2025
21:17 Uhr

Attacke auf Hafengebiet: Trump bestätigt Angriff mit „großer Explosion“ in Venezuela


Im Konflikt zwischen Washington und Caracas gehen die USA einen Schritt weiter. Nach Angriffen auf angeblich mit Drogen beladene Boote folgte nun eine Attacke in einem Hafengebiet.

Attacke auf Hafengebiet: Trump bestätigt Angriff mit „großer Explosion“ in Venezuela

Die USA haben nach Angaben ihres Präsidenten Donald Trump einen angeblichen „Drogenumschlagplatz“ in Venezuela angegriffen. „Es gab eine große Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen beladen werden“, sagte er vor einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida. Am Freitag hatte Trump in einem spontanen Interview des Radiosenders 77 WABC einen solchen Schlag angedeutet. „Ich weiß nicht, ob Sie es gelesen oder gesehen haben, sie haben eine große Anlage oder eine große Einrichtung, von der aus die Schiffe kommen“, sagte Trump. Er ergänzte: „Vor zwei Nächten haben wir die ausgeschaltet. Wir haben sie also sehr hart getroffen.“ Weitere Details, etwa ob und wenn ja, wie viele Menschen bei dem Angriff getötet wurden, nannte Trump nicht. Auch Einzelheiten zur Art des Schlags fehlen. Die USA haben in den vergangenen Monaten mehrere Boote in der Karibik angegriffen, die angeblich Drogen schmuggelten. Außerdem wurden Soldaten, Kriegsschiffe, ein Flugzeugträger und ein Langstreckenbomber in die Region nahe Venezuela verlegt. Das Vorgehen begründet die US-Regierung mit dem Kampf gegen Drogenkartelle. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sieht dahinter aber den Versuch, einen Machtwechsel im Land zu erzwingen. Im Oktober hatte Trump dann öffentlich bestätigt, dass er auch verdeckte Einsätze des Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela genehmigt habe. In den vergangenen Wochen haben US-Streitkräfte zudem mehrere Öltanker unter ihre Kontrolle gebracht. Zudem teilte das US-Militär mit, man habe im Ostpazifik bei einem weiteren Angriff auf ein angebliches Drogenboot zwei Menschen getötet. Nach Geheimdienstinformationen sei das Schiff auf bekannten Drogenhandelsrouten unterwegs und in Drogenhandel verwickelt gewesen, erklärte das US-Südkommando am Montag (Ortszeit) auf X. Wo der Angriff genau erfolgt sei, wurde zunächst nicht angegeben. Seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden mit dem neuen Angriff bislang mindestens 107 Menschen getötet. Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig.