Er wohnt im Stadtteil Hahn in Taunusstein, der mit rund 30.000 Einwohnern größten Stadt im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis, und die Reise durch die Wirren der Glasfaserbürokratie beginnt schon viel früher, im November 2022. In dem Monat schloss der Autor einen Glasfaservertrag mit der GVG Glasfaser GmbH ab. Das Unternehmen wollte unter der Vertriebsmarke Teranet mehrere Stadtteile an das Glasfasernetz anschließen und hatte mit der Vermarktung begonnen. Im Frühjahr 2023 kündigte jedoch die Telekom einen Parallelausbau in einigen Stadtteilen über ihr Gemeinschaftsunternehmen GlasfaserPlus an, sodass sich die Investition für die GVG nicht mehr rechnete. Das Unternehmen stoppte seine Pläne, denn die Telekom ließ trotz Kritik nicht von ihrem Vorhaben ab. Der Autor widerrief daher den Vertrag mit der GVG und bestellte im September 2023 einen Anschluss bei der Telekom. Das Bonner Unternehmen kündigte per Mail den Ausbau voraussichtlich für die Zeit zwischen dem 1. Juli 2024 und dem 29. Juni 2025 an und verwies auf einen Link zum Ausbaustatus. Dann hörte man lange Zeit nichts mehr. Im März 2025 begann der Ausbau in den umliegenden Straßenzügen, und der Autor teilte der Telekom mit, dass er die Glasfaserdose an seinem Wunschort installiert haben wolle. Gespräche im Vorgarten, aber keine Kabelarbeiten Wann genau und auf welchem Weg das Glasfaserkabel zum Haus geführt werden sollte, war bis dahin unklar. Ab Mitte März wurden jedoch plötzlich Leute rund um das Grundstück gesichtet, und nach diversen Gesprächen im Vorgarten stellte sich heraus, dass das Glasfaserkabel von der Straße aus über einen Privatweg bis zu den Häusern verlegt werden sollte. Unter diesem Weg verlaufen jedoch auch Gas- und Wasserleitungen. Der Versuch, das Unternehmen darüber zu informieren und somit mögliche Schäden zu verhindern, war vermutlich erfolgreich. Folgende Rückmeldung erreichte den Autor: „Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir haben das Anliegen an den zuständigen Ausbaupartner Etra Deutschland GmbH (Supplier) weitergeleitet mit der Bitte um Kontaktaufnahme.“ Das war Ende März, und danach kehrte erst einmal wieder Ruhe ein. Ende April klingelte es an der Haustür, und zwei Männer aus Spanien, ausgerüstet mit Schippe und Schubkarren, kündigten an, auf dem Grundstück schon einmal das Leerrohr für das Glasfaserkabel bis an die Hauswand verlegen zu wollen. Das erwies sich als gar nicht so einfach, denn die beiden Arbeiter, die sehr nett und fleißig waren, sprachen weder Deutsch noch Englisch. Doch als die Spanischkenntnisse der Tochter versagten, gelang die Verständigung mühsam mit Händen und Füßen sowie über den Google-Übersetzer auf dem Handy. Die beiden gruben den Garten auf, verlegten das Leerrohr und markierten die Hauswand sowie den Anschluss mit roter Farbe, damit spätere Trupps wussten, wo sie weitergraben müssen. Für anstehende Arbeiten wollten sie aber noch einmal kommen und kündigten sich für den Pfingstmontag an. Auch das akzeptierte der Hausherr mit hoffnungsvollem Blick auf den Fortschritt der Arbeiten. Vielleicht war es ein Verständigungsproblem, eventuell ein Irrtum: Am Pfingstmontag kam natürlich niemand. „Wir freuen uns, dass Sie weiterhin an Bord sind.“ In den folgenden Wochen wurden immer wieder Arbeiter – alle sehr freundlich – gesichtet, die Wege markierten, später den Bürgersteig aufrissen und wieder schlossen, die benötigten Leerrohre im Privatweg verlegten und dann auch den Hausstich durchführten, damit das Kabel zum sogenannten Hausübergabepunkt im Inneren des Gebäudes verlegt werden kann. Das funktionierte einwandfrei, und der Autor träumte davon, eventuell schon im Herbst einen schnellen Glasfaseranschluss nutzen zu dürfen. „Wir freuen uns, dass Sie weiterhin mit an Bord sind“, mailte die Telekom noch im Juni 2025, und im Oktober wurde dann endlich der Termin vereinbart, an dem die Glasfaserdose installiert werden sollte. Ohne diese Dose geht gar nichts. Am 23. Oktober sollte ein Mitarbeiter des Ausbauunternehmens erscheinen. Sein Auftrag: die Installation der Glasfaserdose und der Anschluss an das Netz der Telekom. Da der Übergabepunkt im Keller des Hauses ist, hatte der Autor durch Wände gebohrt und Kabelschächte verlegt, damit die Dose im Erdgeschoss installiert werden konnte. Der angekündigte Mitarbeiter erschien pünktlich, verlegte im Haus das Kabel, installierte die Dose, machte einen Verbindungstest, der irgendwie nicht funktionierte, sagte, das sei gar nicht so unüblich und ging mit dem Versprechen, dass er bald wiederkomme. Seitdem wurde er nicht mehr gesehen, und das Chaos nahm seinen Lauf. Um den Anschluss in Betrieb nehmen zu können, sendet die Telekom normalerweise nach der Installation eine E-Mail mit Aktivierungslink, der die Einrichtung ermöglicht. Diesen Link hat der Autor jedoch nicht erhalten und sich daher Anfang Dezember schriftlich mit der Bitte an die Telekom gewandt, seinen Anschluss zu aktivieren, denn die Dose sei ja installiert worden, und der neue Router liege ungenutzt daneben. Ein neuer Vertrag, aber kein Aktivierungslink Am 12. Dezember telefonierte er dann mit einem Mitarbeiter der Telekom, der ihm die Ursache des Problems mitteilte. Der Autor habe einen alten Vertrag, der aktuell nicht mehr angeboten werde. Das wiederum liege daran, dass er seinen Glasfaseranschluss ja schon 2023 bestellt habe. Die Lösung: Es müsse ein neuer Vertrag abgeschlossen werden, dieser sei im Monat sogar zwei Euro günstiger. Der Aktivierungslink werde dann innerhalb der nächsten 24 Stunden an seine E-Mail-Adresse gesandt. Der Autor, erfüllt von neuer Hoffnung, willigte ein und bekam zügig die E-Mail-Bestätigung, dass der alte Vertrag storniert und ein neuer abgeschlossen wurde. Auch der Receiver für den noch funktionierenden DSL-Anschluss wurde gekündigt, obwohl er weiterhin in Betrieb ist. Der dringend benötigte Aktivierungslink wurde jedoch nicht gemailt. Stattdessen folgte die Aufforderung, einen Installationstermin für die bereits installierte Glasfaserdose zu vereinbaren. Fassungslos schrieb der Autor wieder an die Telekom, mit dem Hinweis, er benötige nur den Link. Als keine Reaktion erfolgte, telefonierte er abermals mit dem Kundendienst. Auch diese Mitarbeiterin war sehr freundlich, zeigte viel Verständnis, und am Ende des Gesprächs hatte der Autor den mittlerweile dritten Glasfaservertrag mit der Telekom abgeschlossen, diesmal mit Magenta TV Smart. Das TV-Paket sei die ersten sechs Monate gratis und dürfe anschließend gekündigt werden, versprach die Mitarbeiterin. Den Wunsch, das nicht benötigte Zusatzangebot sofort zu kündigen, lehnte sie mit dem Hinweis ab, dass der Vertrag ja noch nicht aktiviert sei. Die Mitarbeiterin fragte noch die Seriennummer auf der Glasfaserdose ab, checkte die Verbindung und versprach, sich zu kümmern. In den nächsten Tagen erreichten den Autor abermals alle möglichen E-Mail-Bestätigungen zum erneuten Vertragsabschluss und zur Stornierung des zweiten Vertrags – der dringend benötigte Aktivierungslink war wieder nicht dabei. Am 16. Dezember folgte eine E-Mail mit der abermaligen Aufforderung, einen Installationstermin für die bereits installierte Glasfaserdose zu vereinbaren. „Da die Anzahl der Termine begrenzt ist, wählen Sie bitte zeitnah einen für Sie passenden Termin aus“, riet die Telekom freundlich in ihrer Mail. Einen Tag später kam die nächste Mail mit dem Hinweis, dass die GlasfaserPlus GmbH zuständig sei. Einen weiteren Tag danach versandte die Telekom per Mail eine Kundenbefragung, wie zufrieden man denn mit dem Angebot sei. Der Autor hat mittlerweile die Aussichtslosigkeit seiner Bemühungen um einen Aktivierungslink eingesehen und aufgegeben. Er hat nun einen Installationstermin für die bereits vorhandene Dose am 19. Januar 2026 zwischen 8 Uhr und 12 Uhr gebucht und hofft, dass der mit Sicherheit wieder sehr freundliche Mitarbeiter vor Ort davon überzeugt werden kann, keine zweite Glasfaserdose zu installieren. Toll wäre es auch, wenn dieser Mitarbeiter das Gerät irgendwie zum Laufen bringen könnte, bevor der vierte Glasfaservertrag abgeschlossen werden muss.
