FAZ 22.12.2025
17:25 Uhr

Anja Kling im Stilfragebogen: „Zwischen Weihnachten und Silvester wasche ich keine Wäsche“


Im ZDF ist Anja Kling in einem Weihnachtskrimi zu sehen – im Stilfragebogen spricht die Schauspielerin über Aberglauben, ihr Lieblingsbuch und verrät, wohin und sie seit 15 Jahren in den Skiurlaub fährt.

Anja Kling im Stilfragebogen: „Zwischen Weihnachten und Silvester wasche ich keine Wäsche“

Ihre Schwester Gerit Kling brachte sie zur Schauspielerei, sonst wäre sie womöglich Ärztin geworden: Anja Kling, 1970 in Potsdam geboren, begann nach der Wiedervereinigung an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin zu studieren, brach das Studium aber ab, als sie die Chance bekam, in der ZDF-Serie „Hagedorns Tochter“ die Hauptrolle der Helke Hagedorn zu übernehmen; ihren Vater Paul Hagedorn spielte Hansjörg Felmy. Für Kling war es der Durchbruch. Seither war sie in vielen Filmen zu sehen. Für die Hauptrolle in dem Sat.1-Fernsehzweiteiler „Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen“ (2008) wurde sie gleich dreifach ausgezeichnet: Als „Beste Schauspielerin“ bekam sie die Goldene Kamera und den Bayerischen Fernsehpreis, das Ensemble den Deutschen Fernsehpreis. Ihre bekannteste Rolle ist die der Königin Metapha im Bully-Herbig-Kinofilm „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“. Seit Mitte November ist sie im Weihnachtskrimi „Dahlmanns letzte Bescherung“ in Web und App des ZDF zu sehen, den das ZDF am 22. Dezember um 20.15 Uhr ausstrahlt. Was essen Sie zum Frühstück? Ich kann so direkt nach dem Aufwachen noch nicht gleich essen. Deshalb besteht mein Frühstück aus dem Saft einer Zitrone, einer Orange und einer Pampelmuse, aufgefüllt mit klarem, stillem Wasser. Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein? Ich mag es gar nicht, einkaufen zu gehen. Das ewige An- und Ausziehen in schlecht beleuchteten Kabinen stresst mich schnell. Ich habe gerade Sellpy für mich entdeckt. Dort schicke ich Sachen hin, die ich nicht mehr anziehen mag, und schaue im Gegenzug nach getragener Kleidung, die dann möglicherweise eine Weile in meinem Kleiderschrank wohnen möchte. Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank? Das ist ein sehr weicher, heller Morgenmantel, den ich mir für das Krankenhaus gekauft habe, als ich mein erstes Kind entbunden habe. Er ist also 25 Jahre alt. Inzwischen habe ich ihn zwar dunkel gefärbt, aber ich trage ihn immer noch sehr gerne. Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst? Ich schreibe tatsächlich öfter handschriftlich Briefe. Es ist einfach etwas persönlicher, als immer nur über Textnachrichten und E-Mails zu kommunizieren. Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt? Als ich noch klein war, gab mir meine Mutter ein altes Kinderbuch, das sie selbst schon als Kind gelesen hatte: „Die silberne Brücke“ von Hertha Vogel-Voll. Es fehlten die letzten zehn Seiten, und man konnte es nirgendwo mehr kaufen. Deshalb bin ich als Jugendliche in die Staatsbibliothek Berlin gegangen und habe diese zehn Seiten handschriftlich abgeschrieben und in mein altes Buch gelegt. Jahre später wurde es neu verlegt und in einem wunderschönen blauen Samtcover limitiert und sehr teuer verkauft. Ich habe mir zwei Exemplare gegönnt, eines für meine Kinder, eines für mich, das ich wie meinen Augapfel hüte. Ich liebe die Geschichte nach wie vor über alles. Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen? Ich nutze verschiedene Nachrichtenportale, Zeitungen und die „Tagesschau“. Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema? Ich smalltalke nicht so gerne. Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint? Der Film „Adú“, den ich zufällig eines Abends beim Durchzappen gesehen habe, hat mich wirklich mitgenommen und zum Weinen gebracht. Sind Sie abergläubisch? Ja. Wenn zum Beispiel eine Katze meinen Weg von links nach rechts kreuzt, suche ich mir lieber einen anderen Weg. Zwischen Weihnachten und Silvester wasche ich keine Wäsche. Und ich laufe nicht unter Leitern hindurch. Worüber können Sie lachen? Ich bin sehr leicht zu erheitern und lache viel und gerne und zwar über alles mögliche. Am liebsten aber lache ich über mich selbst und meine Unzulänglichkeiten. Ihr Lieblingsvorname? Tano und Alea. Machen Sie eine Mittagspause? Da ich ja morgens nichts essen kann, liebe ich meine Mittagspause mit einem warmen Essen, egal ob am Set oder zu Hause. Nur schlafen kann ich mittags nicht. In welchem Land würden Sie gerne leben? Ich lebe eigentlich ganz gerne in Deutschland und liebe auch unsere vier Jahreszeiten. Allerdings hätte ich nichts dagegen, wenn wir Herbst, Winter und Frühjahr in insgesamt drei Monaten abfackeln könnten, um dann neun Monate den Sommer genießen zu können. Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank? Zitronen, Orangen, Pampelmusen und Käse. Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier? Da ich auf dem Land lebe und die Verkehrsanbindung dort nicht die ausgereifteste ist, fühle ich mich ganz klar mit dem Auto freier. Was ist Ihr größtes Talent? Ich hoffe natürlich, dass mein Beruf dazugehört. Außerdem liebe ich es, Menschen zum Lachen zu bringen und Fröhlichkeit zu verbreiten. Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist? Ich muss leider hin und wieder fliegen, wenn die Strecken zum Filmset einfach zu weit weg sind. Das gefällt mir dann gar nicht. Welcher historischen Person würden Sie gerne begegnen? Audrey Hepburn. Tragen Sie Schmuck? Und eine Uhr? Ich trage gerne dezenten Goldschmuck. Und eine Uhr trage ich manchmal, aber nicht immer. Haben Sie einen Lieblingsduft? Ich liebe den Duft des Waldes nach einem warmen Sommerregen. Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis? Seit etwa 15 Jahren fahren wir immer im Winter in großer Runde Ski in Südtirol. Manchmal sind wir beinahe 50 Freunde, mieten immer dasselbe Apartmenthaus für uns alle und haben eine Woche, neben der sportlichen Betätigung, unfassbar viel Spaß. Auch unsere Kinder, die inzwischen fast alle erwachsen sind, lassen sich diese Woche nicht nehmen. Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt? Ich war vor Kurzem bei den Hamburger Goldkehlchen. Das ist jedes Mal ein unglaublicher Spaß, da die zirka 100 Chorsänger, die von sich selbst behaupten, eigentlich gar nicht singen zu können, eine so phantastische Stimmung machen, dass man geneigt ist, jedes Lied laut und schief mitzusingen. Was fehlt Ihnen zum Glück? Ausreichend Sonne. Was trinken Sie zum Abendessen? Johannisbeerschorle, Tee oder Wein. Je nach Stimmung und Arbeitssituation.