Es sei wie beim Skifahren, urteilten die ersten Nutzer der städtischen Seilbahn im Süden von Paris. Regionalratspräsidentin Valérie Pécresse (Republikaner) sprach in ihrer Eröffnungsrede am Wochenende von den „Alpen am Marne-Fluss“. Die von dem Unternehmen Transdev betriebene Seilbahn verbindet die Endstation Villeneuve-Saint-Georges innerhalb von 18 Minuten mit der Linie 8 der Pariser Metro. Mit dem Bus oder dem Auto dauerte die Fahrt bislang mindestens 40 Minuten. Die Regionalratspräsidentin Pécresse sprach von einem „Zeichen der Wertschätzung“ für die Bewohner der zuvor abgehängten Kommunen. Die C1 genannte Linie in luftiger Höhe kann auf ihrer 4,5 Kilometer langen Strecke täglich bis zu 11.000 Fahrgäste befördern. Die Kosten beliefen sich auf 138 Millionen Euro, die zu 49 Prozent von der Hauptstadtregion, zu 30 Prozent vom Departement und zu 21 Prozent vom Staat und von der EU finanziert wurden. Valérie Pécresse verwies darauf, dass eine neue Metroverbindung mehr als eine Milliarde Euro gekostet hätte und vermutlich nicht hätte finanziert werden können. Seilbahnen sind in Frankreich in Mode: In Brest, Toulouse, Ajaccio, Saint-Denis auf der Insel La Réunion sowie in Grenoble und Toulon sind sie beliebte Beförderungsmittel. Die Pariser Bahn C1 verkehrt täglich von 5.30 Uhr bis 23.30 Uhr. In jeder Kabine können zehn Fahrgäste Platz nehmen, auch Rollstühle, Fahrräder oder Kinderwagen können mitgenommen werden. Es wird kein Sondertarif fällig, sondern die Fahrt ist in den üblichen Einzel-, Monats- und Jahreskarten inbegriffen. Die neue Linie bei Paris verfügt über fünf Stationen.
