Der Verkehr ist zurück. Die Straßen sind voll, es geht nicht voran. Diesen Eindruck vieler Autofahrer stützt der gerade veröffentlichte Traffic-Index des niederländischen Anbieters von Navigationsgeräten und Karten, Tomtom. Demnach ist in vielen deutschen Städten die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit gesunken und der Zeitverlust zu den Hauptverkehrszeiten gestiegen. Die Werte berechnet Tomtom aus anonymisierten Daten, die mobile Navigationsgeräte, solche in Autos sowie und Mobiltelefone liefern. Frankfurt bildet bei diesem Trend keine Ausnahme, im Gegenteil. In keiner der 29 untersuchten Städte waren Autofahrer in der Innenstadt langsamer unterwegs. Die Geschwindigkeit betrug im Jahresdurchschnitt 20,3 Kilometer pro Stunde, ein Spitzenplatz vor Berlin mit 20,7 Stundenkilometern. Kein Vergleich zu Bochum, wo man mit Tempo 47,2 zügig durch die Stadt kam. Betrachtet man das weitere Frankfurter Stadtgebiet, benötigten Autofahrer im Jahresdurchschnitt 19 Minuten und 48 Sekunden für eine Strecke von zehn Kilometern, das waren 30 Sekunden mehr als im Vorjahr. Das Stau-Niveau blieb mit 37 Prozent unverändert. Der Prozentwert bezeichnet den Zeitverlust im Vergleich zu frei fließendem Verkehr auf derselben Strecke. Tomtom hat den Zuschnitt des ausgewerteten Gebiets leicht geändert. Blickt man auf dieser Grundlage die vergangenen sechs Jahre zurück, so ist der Corona-Knick überwunden. Das Stau-Niveau hat das von 2019 fast erreicht. Im Stadtzentrum, das etwa das Gebiet innerhalb des Alleenrings einschließlich Sachsenhausen umfasst, stieg 2025 die Fahrtzeit für zehn Kilometer auf fast eine halbe Stunde. Genau waren es 29 Minuten und 33 Sekunden, 17 Sekunden mehr als 2024. Im abendlichen Berufsverkehr waren es fast 35 Minuten. Das Stau-Niveau lag bei 42,3 Prozent. Beim Stau-Niveau liegt Berlin vorn Nicht in jeder Kategorie liegt Frankfurt im Vergleich vorn. Nimmt man das Stau-Niveau, kommt die Stadt auf Platz fünf. Die Liste der staureichsten Städte wird von Berlin angeführt, gefolgt von Essen, Hamburg und Stuttgart. 51 Stunden haben Autofahrer 2025 in Frankfurt im Stau verloren, 53 in Berlin. Wiesbaden liegt mit 37 Stunden Zeitverlust auf Platz 16. Eine andere Rangfolge ergibt sich beim Vergleich des engeren Stadtzentrums. Dann steht Frankfurt mit einem Stau-Niveau von 42,3 Prozent auf dem zehnten Platz, Wiesbaden mit 40 Prozent auf dem vierzehnten. Spitzenreiter ist in diesem Fall Nürnberg. Eine Erkenntnis des 15. Traffic-Index ist nach Angaben von Tomtom, dass sich 2025 ähnliche Muster über Stadtgrößen und Regionen hinweg zeigen. Während die Stauwerte von Metropolen wie Berlin, München und Hamburg dauerhaft hoch blieben, seien sie auch in Städten wie Leipzig, Dresden und Münster angestiegen. Pendlerverkehr aus dem Umland, eine hohe Fahrzeugdichte und begrenzte Kapazitäten der Straßen führten auch in mittelgroßen Städten zur Verdichtung des Verkehrs. Der Navigationshersteller macht dafür vor allem drei Gründe aus. Der Anteil von Homeoffice gehe zurück, die hohen Immobilienpreise ließen viele Beschäftigte ins Umland ausweichen, was Pendelwege verlängere und wegen des geringeren Nahverkehrsangebots die Abhängigkeit vom Auto erhöhe. Schließlich habe der Fahrzeugbestand auch 2025 einen Höchststand erreicht, verbunden mit dem anhaltenden Trend zu größeren Fahrzeugen. Aber auch der Ausbau von Fernwärme und Glasfaser, die Sanierung der Infrastruktur, die Umwidmung von Fahrstreifen und Tempolimits führten zu niedrigeren Geschwindigkeiten und höheren Stauwerten.
