FAZ 25.12.2025
10:03 Uhr

Afrika-Cup in Marokko: Zidane-Sohn im Fokus bei Algeriens Sieg zum Start


Algerien beginnt den Afrika-Cup mit einem deutlichen Sieg. Die Augen richten sich dabei vor allem auf den Torwart – und seinen berühmten Vater, der in Marokko auf der Tribüne bejubelt wird.

Afrika-Cup in Marokko: Zidane-Sohn im Fokus bei Algeriens Sieg zum Start

Mit einem glanzvollen Namen und reichlich Bundesliga-Power ist Algerien erfolgreich in den Afrika-Cup gestartet. Der Titelträger von 2019 gewann sein Auftaktspiel in Gruppe E gegen den Sudan mit 3:0 (1:0). Vor allem Luca Zidane, Sohn der französischen Fußball-Ikone Zinédine Zidane, sorgte im Tor der Algerier für Aufsehen und hielt vor den Augen seines Vaters die Null. Riyad Mahrez (2. und 61. Minute), früherer Profi von Manchester City, und der eingewechselte Leverkusener Ibrahim Maza (85.) erzielten die Treffer für den Favoriten. Dazu standen Ramy Bensebaini (Borussia Dortmund), Fares Chaibi (Eintracht Frankfurt) und Mohammed Amoura (VfL Wolfsburg) in der Startelf. Sudans Salah Adil sah die Gelb-Rote Karte (39.). Nationaltrainer entscheidet sich für Luca Zidane Unter den Zuschauern in der marokkanischen Hauptstadt Rabat befand sich auch Zinédine Zidane. Als er auf den Leinwänden im Stadion gezeigt wurde, brach großer Jubel bei den algerischen Anhängern aus. Algeriens Nationaltrainer Vladimir Petković hatte zunächst offen gelassen, wen er im Tor aufstellen wird. Die Wahl fiel auf Luca Zidane, der erst im Oktober in einem WM-Qualifikationsspiel für Algerien gegen Uganda debütiert hatte, nachdem er in der Jugend in den U-Nationalteams Frankreichs zum Einsatz gekommen war. Aufgrund seines Namens richten sich viele Blicke auf den 27-Jährigen, dessen berühmter Vater aus einer algerischen Einwandererfamilie stammt. Auf Klubebene steht Zidane beim spanischen Zweitligaverein FC Granada unter Vertrag. Seine ersten fußballerischen Schritte hatte er bei Real Madrid gemacht, während Vater Zinédine Zidane dort bei den Profis spielte. Auch die drei anderen Zidane-Söhne Enzo, Théo und Elyaz waren oder sind im Fußball aktiv. In letzter Sekunde verhinderte zuvor Edmond Tapsoba im anderen Spiel der Gruppe E einen fatalen Fehlstart von Burkina Faso. In einer dramatischen Schlussphase köpfte der Abwehrspieler des deutschen Klubs Bayer Leverkusen sein Team mit einem Last-Minute-Treffer (90.+8) in Überzahl zu einem 2:1 (0:0)-Auftaktsieg in Gruppe E gegen Äquatorialguinea. Burkina Faso jubelt in der Nachspielzeit Burkina Faso hatte nach der Roten Karte gegen Basilio Ndong (50., grobes Foulspiel) fast die gesamte zweite Halbzeit in Casablanca mit einem Profi mehr gespielt. Dennoch ging Äquatorialguinea durch Marvin Anieboh (85.) in Führung. In einer turbulenten Nachspielzeit sorgte ausgerechnet Georgi Minoungou (23) für die Geschichte des Spiels: Der Flügelstürmer von den Seattle Sounders aus der nordamerikanischen Profiliga MLS, der vor zwei Jahren nach einem Infekt seine Sehkraft auf einem Auge verloren hatte, traf zum Ausgleich (90.+5). Für den Sieg sorgte Tapsoba aus kurzer Distanz. Der deutsche WM-Gruppengegner Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire) fuhr später mit Mühe einen Auftakterfolg ein. Der Titelverteidiger um den Leipziger Shootingstar Yan Diomande setzte sich am Mittwoch trotz mangelnder Chancenverwertung mit 1:0 (0:0) gegen den vermeintlich schwächsten Vorrundenkontrahenten Mosambik durch. Amad Diallo (49.) von Manchester United erzielte im marokkanischen Marrakesch den Siegtreffer für die über weite Strecken zu harmlosen Ivorer, die in Gruppe F zudem gegen Kamerun und Gabun gefordert sind. Diomande, der sich mit elf Torbeteiligungen in 16 Pflichtspielen bei RB Leipzig zuletzt in den Fokus gespielt hatte, stand über die volle Distanz auf dem Feld. Stürmer Sébastien Haller, der frühere Dortmunder und Finalheld des Vorjahres, fehlt verletzt. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss bei der WM 2026 ebenfalls gegen den dreimaligen Afrikameister Elfenbeinküste ran: Im zweiten Gruppenspiel treffen die beiden Teams in Toronto/Kanada (20. Juni, 16.00 Uhr Ortszeit, 22.00 Uhr MESZ) aufeinander. Die „Elefanten“ gehörten „zum Besten, was dieser Kontinent zu bieten hat“, hatte DFB-Sportdirektor Rudi Völler zuletzt gesagt. Im abschließenden Spiel des Tages gewann Kamerun sein erstes Spiel gegen Gabun um den früheren Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang, der nach gut einer halben Stunde eingewechselt wurde. Etta Eyong erzielte zuvor das einzige Tor beim 1:0-Sieg Kameruns bereits in der sechsten Minute.