Herbert Kickl, der Chef der Freiheitlichen Partei Österreichs, ist ein bekennender Fan der Identitären Bewegung. Sie sei eine „NGO von rechts“, und zwar eine echte, weil sie kein Geld vom Staat erhalte. Das attestierte er einmal der Organisation, die vom österreichischen wie auch dem deutschen Verfassungsschutz unter den rechtsextremen Akteuren aufgeführt wird. Als die FPÖ an der Regierung und Kickl Innenminister war, hielt die rechte Partei die Identitären etwas auf Abstand, auf Druck der damaligen Kanzlerpartei ÖVP. Aber dann, wieder in der Opposition und mit Kickl an der Spitze, handhabte man es anders. Generalsekretär Michael Schnedlitz erklärte, „mit dieser Distanziererei“ sei es jetzt „definitiv vorbei“. Die Intervention der AfD-Spitze In Deutschland hat hingegen die Bundesspitze der AfD ihre Brandenburger Parteifreunde zur Distanziererei gezwungen. Die wollten Martin Sellner, Frontmann der Identitären (ein Österreicher, aber was heißt das dort schon), auf einer Veranstaltung reden lassen, mussten ihn nun aber wieder ausladen. Warum haben die Parteichefs Weidel und Chrupalla das getan? In erster Linie wohl, weil über der AfD das Damoklesschwert Parteiverbot hängt. In Österreich gibt es so etwas nicht. Die Drohung wirkt also, selbst wenn sie (noch) nicht in die Tat umgesetzt wird. Und dann will die AfD vielleicht die Tür zu einer Koalition nicht ganz zuschlagen. Kickl hat hingegen vor einem Jahr gezeigt, dass er nicht regieren will, jedenfalls nicht mit einem demokratischen Partner.
