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29.11.2025
11:52 Uhr
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Das Museum für Gießen am leeren Brandplatz, auf dem sonst der Wochenmarkt abgehalten wird, hat geöffnet. Dort können sich Teilnehmer der Proteste aufwärmen und Protestplakate basteln. Das Team des Museums hält Material dafür bereit für ein „Schutzschild für Demokratie“. Das MfG will mit dieser Aktion seine Haltung verdeutlichen, für eine vielfältige Gesellschaft einzutreten und gegen Ausgrenzung.
Das Bündnis „Widersetzen“ begründet seine Blockaden von Zufahrtswegen zur Gründungsversammlung der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen mit einer „realen Bedrohung für uns alle“. Bündnissprecher Suraj Mailitafi betonte: „Wir lassen nicht zu, dass sich in den Hessenhallen die nächste Generation gewaltbereiter Faschisten organisiert. In diesen Minuten stellen sich ihnen Zehntausende Menschen aus Gießen und ganz Deutschland in den Weg.“ Die neue AfD-Jugendorganisation dürfe nicht gegründet werden, hieß es.Laut dem Bündnis reisten Demonstranten in mehr als 200 Bussen aus ganz Deutschland an: Gewerkschafter, Studierende, Auszubildende, „migrantische Gruppen“ sowie lokale Gruppierungen bis hin zu „Omas gegen rechts“.
Die Gründung der AfD-Jugend in der Halle verzögert sich wegen der Demonstrationen, dürfte aber im Lauf des Tages vonstatten gehen. In unserem Liveblog zur Bundespolitik berichten wir ab sofort über das, was in der Halle passiert:
In der Innenstadt von Gießen ist von den Protesten gegen die geplante Gründungsversammlung der AfD-Jugend so gut wie nichts zu merken. Nur wenige Demonstranten wie etwa von der Katholischen Hochschulgemeinde mit Regenbogenfahne Jedes zweite Geschäft hat geschlossen. Der Weihnachtsmarkt läuft wie gewohnt.
Das „Widersetzen“-Bündnis meldet, dass „die allermeisten Blockaden“ noch stehen und die Messehallen deshalb leer bleiben würden. Eine größere Straßenblockade (der „goldene Finger“) sei jedoch durch die Polizei geräumt worden. Mehrere Aktivisten würden sich nun in die Innenstadt bewegen, um die Proteste dort zu unterstützen.
Die Gießener Weststadt, wo die AfD heute ihre neue Jugendorganisation gründet, wirkt menschenleer. Zu sehen sind dort vor allem Polizeifahrzeuge. Und auch in der Halle, in der das AfD-Jugend-Treffen stattfindet, sind bislang nur wenige Besucher angekommen. Eigentlich hätte die Versammlung bereits um 10 Uhr beginnen sollen. Nur ein kleiner Teil der Stühle vor der Bühne ist derzeit überhaupt erst belegt — die Blockaden des Aktionsbündnisses „Widersetzen“ scheinen dafür zu sorgen, dass die Anreisen sich verzögern. Im Foyer der Halle haben Verlage und Medien wie der der AfD nahestehende „Deutschland-Kurier“ Stände aufgebaut. Angeboten werden etwa auch „Björn Höcke“-Shirts. An einem der Stände steht der rechtsextreme Verleger Götz Kubitschek und verkauft Bücher seines Antaios-Verlags. Ein junger Mann im Anzug geht auf ihn zu und sagt: „Sie haben mich unheimlich inspiriert, es ist sehr gut, dass Sie hier vertreten sind.“
Der Gründungskongress der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen verzögert sich infolge der laufenden Proteste und Blockaden. Zur eigentlich als Beginn vorgesehenen Zeit der Veranstaltung um 10 Uhr war der für rund 1.000 Gäste vorgesehene Saal in der Messe nur zu gut einem Viertel gefüllt.Teilnehmer, die mit dem Auto anreisen wollten, kamen rund um Gießen oder bereits in weiterer Entfernung nicht weiter, so auch der designierte Vorsitzende der neuen Jugendorganisation Jean-Pascal Hohm, wie er dpa bestätigte. Auch die AfD-Chefs Tino Chrupalla und Alice Weidel, die bei der Veranstaltung Reden halten wollen und mit Begleitschutz anreisen, steckten nach AfD-Angaben zumindest zeitweise fest. Wann die Veranstaltung beginnen kann, ist derzeit nicht abzusehen. (dpa)
Der Einsatz von Wasserwerfen sei nötig geworden, da die Gruppe auf der B429 auf die mündliche Aufforderung, die Straße frei zu machen, nicht reagiert habe, teilte die Polizei mit.Zudem komme es aus den Reihen der Versammlung auf der Konrad-Adenauer-Brücke in Gießen zu Flaschenwürfen auf die Einsatzkräfte. Im benachbarten Lahnau-Atzbach hätten Personen aus einer Straßenblockade heraus auf der L3020 Fahrzeuge angehalten und diese beschädigt, berichtete die Polizei weiter.
Das Aktionsbündnis „Widersetzen“ meldet 15.000 Demonstranten in Gießen und 16 Blockadepunkte. Auf der kleinen Aktionsbühne vor der Adenauerbrücke ist von 19 Blockadepunkten die Rede. Die Menge jubelt.
Vor der Messehalle, in der sich die Parteijugend der AfD heute gründen will, spielen Demonstranten das Protestlied „Scheiss AfD“ ab.
Die Polizei räumt eine Blockade auf der B429. Dort stehen demnach 2000 Menschen. Die Polizei setzt Wasserwerfer ein, wie sie meldet. In Lahnau-Atzbach hielten Demonstranten aus einer Straßenblockade heraus Autos an und beschädigten sie. Nach inoffiziellen Angaben ist die Gemeinde Heuchelheim abgeriegelt.