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29.11.2025
08:12 Uhr
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Polizei droht Wasserwerfer-Einsatz anGießen. Angesichts der Forderungen von Demonstranten, die gesperrte Adenauerbrücke über die Lahn für den Protestzug zu räumen, mahnt ein Polizeisprecher: Sollte es einen Durchbruchsversuch geben, werde im Zweifel ein Wasserwerfer als Gegenmittel eingesetzt. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat das städtische Verbot von Kundgebungen westlich der Lahn am Freitagabend spät bestätigt. Vor der Adenauerbrücke haben sich östlich der Lahn rund 2000 Teilnehmer fast jeden Alters versammelt. Eine Rednerin verweist auf das seit Jahrzehnten multinationale Gießen, in der Stadt habe etwa jeder Dritte ausländische Wurzeln. Genau deshalb habe die AfD-Jugend die Hessenhallen als Tagungsort ausgesucht. „Das ist eine Provokation.“
Gießen. Das \"Widersetzen\"-Bündnis, das das Gründungstreffen der neuen AfD durch Straßenblockaden verhindern will, meldet, dass mittlerweile elf Blockaden rund um die Gießener Innenstadt Position bezogen hätten. So würde eine Aktionsgruppe den Autobahnkreisel Wettenberg, südlich von Gießen, \"dicht machen\". Auch mehrere Landstraßen seien aktuell blockiert. Laut \"Widersetzen\" soll die Polizei an einer Blockade Pfefferspray gegen die Demonstranten eingesetzt haben.
Gießen. Direkt gegenüber den Hessenhallen, wo heute eine neue Jugendorganisation der AfD gegründet werden soll, parkt auf dem Gelände einer Boulderhalle der sogenannte Adenauer-Bus der Berliner Aktivistengruppe „Zentrum für politische Schönheit“. Dort läuft der „Badenweiler-Marsch“ von Georg Fürst: Bekannt wurde das 1914 komponierte Stück als Auftrittsmarsch von Adolf Hitler. Auf einer Leinwand laufen Videos, man sieht die Holocaustüberlebende Margot Friedländer, dann den Slogan: „Geschichte wiederholt sich!“. Die Aktion des „Zentrums für politische Schönheit“ ist der einzige Gegenprotest zum Gründungstreffen der AfD-Jugend, der heute in der Weststadt läuft – die Stadt Gießen hat alle Demonstrationen westlich der Lahn verboten. Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat die Verbote, gegen die geklagt wurde, bestätigt. „Das ist ein Skandal“, sagt Arne, einer der Aktivisten der Gruppe. „Friedlicher Protest wird unterdrückt.“ Seinen Nachnamen will er nicht nennen: „Damit habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.“ Dass die Stadt die Proteste in der Weststadt verboten hat, empfindet er als ein Einknicken gegenüber der AfD. Es sei gezielt „Angst vor Gewalt geschürt worden“. Dabei sei das eigentliche Problem aus dem Blick geraten: dass sich „eine rechtsextreme Jugendorganisation“ neu formiere. „Die Stadt hat sich entschieden, der AfD den Weg freizumachen. Das ist enttäuschend.“ Arne hält ein Verbot der gesamten AfD für dringend notwendig. Stattdessen aber werde die in großen Teilen rechtsextreme Partei „weiter normalisiert“. Arne wünscht sich deshalb mehr Protest: „Die Leute müssen runter vom Sofa.“
Protestzug auf dem Weg durch die Innenstadt Gießen. Eine halbe Stunde später als geplant hat sich der von der DGB-Jugend organisierte Protestzug auf der Frankfurter Straße in Bewegung gesetzt. Polizisten und Ordner der Gewerkschaft begleiten den mehrere hundert Meter langen Zug. Hunderte Teilnehmer halten selbstgemalte Anti-AfD-Plakate und Fahnen von Organisationen hoch. Die Farbe Rot überwiegt. Demonstranten skandieren Parolen wie „Ob Ost, ob West - nieder mit der Nazi-Pest“ und „Hoch die internationale Solidarität“.Ein Polizeisprecher sagte am Wegesrand, alles laufe ordentlich ab. „So, wie es sein soll“, ergänzte er. Im Verlauf hat sich der Protestzug geteilt. Der eine Teil läuft zur gesperrten Adenauerbrücke, wobei viele Teilnehmer ihre Gesichter teilweise mit medizinischen Masken oder Motorradmützen verbergen und antifaschistische Parolen rufen. Der vom DGB angeführte Teil zieht weiter zur einige hundert Meter entfernten Sachenhäuser Brücke. Dort hat der DGB eine Aktionsbühne aufgeteilt. Beide Brücken sind gesperrt. Redner und Demonstranten kritisieren das. Eine Frau ruft in ein Mikrofon: „Macht die Straße frei.“Die Polizei berichtet derweil von einem Durchbruchsversuch von Aktivisten nördlich von Gießen an der A480/B429. Polizisten haben demnach den Versuch mit körperlichem Zwang unterbunden.
Gießen. Die Polizei hat angesichts des Anreiseverkehrs von AfD-Gegnern mehrere Anschlussstellen des Gießener Autobahn-Rings gesperrt und kontrolliert Busse. Für den übrigen Verkehr ist dort laut Polizei kein Durchkommen. Die Innenstadt ist mit dem Auto kaum erreichbar. Anhänger des Aktionsbündnisses Widersetzen haben derweil mit einer Blockade eines Ringabschnitts aus Richtung Wetzlar begonnen, wie es hieß.
Gießen. Das \"Widersetzen\"-Bündnis teilt mit, dass sich auf dem Gießener Ring eine erste Straßenblockade formiert hat. Am Telefon beschreibt eine Aktivistin die Lage als „statisch“. Es seien viele Personen dort, nun müsse man abwarten, wie die Polizei reagiere.An einer der beiden gesperrten Brücke, die zu den Hessenhallen führen, hat die Polizei zwei Wasserwerfer geparkt, dort ist auch eine Drohne im Einsatz. Vor der Brücke haben sich ein Dutzend Demonstranten zu einer Mahnwache versammelt.
In Gießen sind am frühen Morgen Gegner der AfD eingetroffen, die gegen die geplante Neugründung der Jugendorganisation der Partei demonstrieren wollen. Vereinzelt seien diese im Stadtgebiet unterwegs, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die Polizei auf Verkehrsbehinderungen auf den Straßen in Gießen und Umgebung durch die Anreise hingewiesen. Es werde eine sehr große Zahl von Reisebussen erwartet, für die ausreichend Busparkplätze in der Ringallee bereitstünden, hieß es weiter. Die Nacht und der Morgen seien ansonsten bisher ruhig verlaufen.Im Tagesverlauf wollen in Gießen rund 50.000 Menschen bei rund 30 angemeldeten Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen gegen die AfD auf die Straße gehen. Zu den Veranstaltern gehören unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Partei die Linke, Attac, die Jusos sowie Omas gegen Rechts.
Stromausfall in Bad Homburg und OberurselBad Homburg/Oberursel. In Teilen von Bad Homburg und Oberursel ist es am Freitagabend zu einem Stromausfall gekommen. Die Zentrale Leitstelle des Hochtaunuskreises meldete die Störung gegen 18.45 Uhr. Betroffen waren laut einem Sprecher des Hochtaunuskreises etwa das Landratsamt in der Kreisstadt Bad Homburg und Teile des Oberurseler Stadtteils Oberstedten. Inzwischen laufe der Strom wieder, hieß es gegen 20.30 Uhr. Zunächst hatte die Leitstelle mitgeteilt, der Ausfall könnte längere Zeit dauern. Die zuständigen Stellen arbeiteten daran, die Störung zu beseitigen, alle Notdienste seien im Einsatz. Der Netzversorger sei informiert und bemühe sich um eine Lösung. Auf der Störungskarte des Netzbetreibers Syna hatten hauptsächlich Einwohner des Oberurseler Nordwestens gemeldet, keinen Strom zu haben. Betroffen waren demnach vor allem Haushalte nördlich der Hohemarkstraße. Die Zentrale Leitstelle forderte die Einwohner in den betroffenen Gebieten auf, den Stromverbrauch über Akkus und Batterien während des Stromausfalls auf das Nötigste zu verringern.
Gießen. Die obersten hessischen Verwaltungsrichter haben mit Blick auf geplante Kundgebungen in Gießen anlässlich der Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation das Sicherheitskonzept der Stadt im Wesentlichen bestätigt. Damit bleibt es dabei, dass die mit Abstand größte geplante und vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Hessen-Thüringen angemeldete Kundgebung nicht auf der Lahn-Seite der AfD-Veranstaltung stattfinden darf. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) wies einen Eilantrag des DGB gegen Auflagen für die Kundgebung mit rund 30.000 Teilnehmenden zurück. Die Verlegung auf die Ostseite des Flusses sei gerechtfertigt, hieß es. Es drohe sonst eine unmittelbare Gefahr für Leben und körperliche Unversehrtheit der Versammlungsteilnehmer. Gleichzeitig gewähre der neu festgelegte Versammlungsort auf den Lahnwiesen eine Sicht- und Hörseite zu dem Veranstaltungsort der AfD in der Hessenhalle. Auch eine von der Linken geplante Kundgebung mit rund 1.000 Teilnehmern sowie eine von Attac dürfen nun doch nicht recht nah am Gründungstreffen über die Bühne gehen. Linke und Attac hatten sich wie der DGB und weitere Anmelder gegen von der Stadt gemachte Auflagen für räumliche Beschränkungen gewehrt, wobei Linke und Attac zunächst Erfolg vor dem Verwaltungsgericht Gießen hatten. Dagegen legte die Stadt Beschwerde ein beim VGH – mit Erfolg. Es spreche Überwiegendes dafür, dass die Gefahrenprognose der Kommune rechtmäßig sei, teilte der VGH in Kassel mit. Eine vorgenommene Abwägung der Folgen wegen Gefahren für Leib und Leben der Teilnehmer der Versammlungen, von Polizisten und Rettungskräften sowie von unbeteiligten Dritten gehe zugunsten der Verlegung des Versammlungsortes auf die östliche Lahn-Seite aus. (dpa)
Unfall mit Streifenwagen in Langen: Vier VerletzteLangen. Bei einem Unfall mit einem Streifenwagen der Polizei in Langen im Kreis Offenbach sind vier Menschen leicht verletzt worden. In dem Polizeiwagen seien ein 41-Jähriger am Steuer und eine 22-Jährige als Beifahrerin unterwegs gewesen, teilte die Polizei mit. Die Beamten seien mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn auf dem Weg zu einer Schlägerei gewesen. An einer Kreuzung sei der Streifenwagen jedoch mit dem Wagen eines 75 Jahre alten Mannes zusammengestoßen. Durch die Kollision wurde das Polizeiauto gegen den Pkw einer 47 Jahre alten Frau geschleudert. Die beiden Polizeibeamten sowie die beiden beteiligten Autofahrer wurden den Angaben zufolge leicht verletzt und vor Ort vom Rettungsdienst versorgt. Die Polizei schätzte den Sachschaden auf insgesamt 100.000 Euro. (dpa)
Neue Fotos zeigen Nachwuchs von Rüdesheimer Wolfsrudel Rüdesheim. Das Rüdesheimer Wolfsrudel besteht auch im aktuellen Monitoring-Jahr 2025/26 fort. Neue Aufnahmen aus Fotofallen belegten mindestens zwei Welpen aus dem Jahr 2025, wie das Wolfszentrum von Hessen Forst mitteilte. Zuvor habe es bereits Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, die auf eine fortgesetzte Präsenz des Rudels hätten schließen lassen. „Zudem waren auf den vom Wolfszentrum Hessen aufgestellten Kameras immer wieder einzelne Wölfe zu sehen“, hieß es in der Mitteilung. Der führende Rüde sei jedoch genetisch zuletzt im November 2024 und die Fähe im Juli 2024 nachgewiesen worden. Mit den aktuellen Aufnahmen sei jedoch klar, dass das Rudel weiterhin im Territorium aktiv ist. Das Monitoring-Jahr beginnt am 1. Mai. In Hessen ist laut Wolfszentrum ein weiteres Rudel im nordhessischen Waldkappel bekannt. (dpa)
170.000 Euro teurer Wagen taucht in Leipzig wieder auf Wenige Stunden nach dem Diebstahl eines Luxusautos in Hessen ist der mutmaßliche Täter in Sachsen festgenommen worden. Zuvor hatte er versucht, der Polizei bei Leipzig zu entkommen und war aufs Gaspedal getreten, wie das Polizeipräsidium Nordhessen mitteilte.Der 32-Jährige soll gegen 3 Uhr am Freitagmorgen im nordhessischen Immenhausen ein 170.000 Euro teures Auto gestohlen vor einem Wohnhaus haben. In den frühen Morgenstunden bemerkte der Eigentümer den Diebstahl und alarmierte die Beamten. Daraufhin sei europaweit nach dem SUV gefahndet worden. In der Nähe von Leipzig wurde den Angaben nach eine Streife auf das gestohlene Fahrzeug aufmerksam. Die Polizisten nahmen demnach die Verfolgung auf und versuchten, den Autodieb zu stoppen. Dieser habe Gas gegeben und versucht, zu entkommen. Bei seinem Fluchtversuch habe er jedoch einen Unfall verursacht und konnte festgenommen werden. Der 32-Jährige soll einem Haftrichter vorgeführt werden. Das Auto wurde sichergestellt. Die Kriminalpolizei ermittelt gegen den Tatverdächtigen und mögliche Komplizen. (dpa)
Langer Stau: Tanklaster kippt auf A3 um Obertshausen. Ein Tanklaster hat den Verkehr auf der Autobahn 3 zwischen Hanau und Obertshausen lahmgelegt. Der Anhänger des Lastwagens war mit etwa 6000 Litern Diesel beladen und kippte auf der Strecke in Richtung Würzburg um, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer hatte demnach wegen des Verkehrs gebremst, der Anhänger sei ins Schaukeln geraten und umgefallen.Von seiner Fracht habe der Lastwagen nichts verloren. Auch der 51-jährige Lastwagenfahrer blieb unverletzt. Um das Fahrzeug abzuschleppen, wurde die Strecke laut Polizei kurzzeitig voll gesperrt. Davon sei auch die parallel verlaufende Landesstraße 3117 betroffen gewesen.Nach zehn Minuten konnte die Vollsperrung wieder aufgehoben werden, teilten die Beamten mit. Die rechte und mittlere Spur blieb länger gesperrt, um die Unfallstelle zu räumen. Der Verkehr werde über den linken Fahrstreifen geleitet. Die Folge: ein kilometerlanger Rückstau. Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa 50.000 Euro. (dpa)