FAZ 17.02.2026
11:51 Uhr

Ärger beim Trainer: Flick verliert die Geduld nach Barça-Debakel


Erst erlebt der FC Barcelona ein Debakel im Pokal. Nun geht auch das Derby in Girona verloren. Dem Siegtor geht eine umstrittene Szene voraus. Danach verliert gar Hansi Flick die Beherrschung.

Ärger beim Trainer: Flick verliert die Geduld nach Barça-Debakel

Nach dem Verlust der Tabellenführung in der spanischen Fußball-Meisterschaft verlor sogar der sonst so besonnene Hansi Flick kurz die Beherrschung. Der Meistercoach des FC Barcelona brach nach dem bitteren 1:2 im Derby beim FC Girona ein Interview beim Streamingsender DAZN ab. Der Hintergrund war der umstrittene Siegtreffer des Außenseiters. Flick wollte die Meinung des Reporters zu einem möglichen Foulspiel an Barça-Verteidiger Jules Koundé hören, was dieser verweigerte. „Was denkst du? War es ein Foul oder nicht? Komm, jetzt kannst du es sagen.“ Doch der Reporter wollte keine Wertung abgeben. „Ich bin hier, um Fragen zu stellen“, konterte er. Das störte Flick noch mehr. „Keine Meinung? Du hast keine Meinung? Okay, dann ich auch nicht. Okay. Nein, ich habe nichts zu sagen“, sagte der frühere Bundestrainer und verschwand. Vor dem Siegtreffer war Gironas Claudio Echeverri seinem Gegenüber Koundé auf den Knöchel getreten, doch der Schiedsrichter revidierte seine Entscheidung nicht mehr. So erlebte Flick „Barças fünf dunkelste Tage“, wie es die Sportzeitung „Marca“ formulierte. Schließlich hatten die Katalanen erst am Donnerstag eine empfindliche 0:4-Pleite im Halbfinal-Hinspiel des spanischen Pokals bei Atlético Madrid kassiert. In der Meisterschaft liegt der Titelverteidiger nun zwei Punkte hinter Rekordmeister Real Madrid. In der Pressekonferenz hatte sich Flick schließlich wieder gefasst. Auf die Frage, ob ihn die Erklärung des Schiedsrichters zum vermeintlichen Foul an Koundé überzeugt habe, antwortete er entschieden: „Nein, überhaupt nicht. Ich sagte ihm, es sei ein klares Foul gewesen, und er meinte ‚Nein‘.“ Es gebe aber keine Ausreden, keine Beschwerden. Barça müsse besser verteidigen, weniger Fehler machen. Im Duell zwischen dem Stamm- und dem Leih-Verein von Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen, der weiterhin langfristig verletzt ausfällt, sorgte Pau Cubarsi (59. Minute) für die Gästeführung, die Thomas Lemar (61.) postwendend egalisierte. Fran Beltran (86.) drehte das Spiel für Girona in der Schlussphase. Die Gastgeber kassierten spät in der Nachspielzeit einen Platzverweis, Joel Roca sah nach rüdem Foul Rot (90.+9). Hansi Flick gibt seinen Spielern zwei Tage frei Geradezu absurd wirkte es, dass beide Mannschaften den Platz zur Halbzeit torlos verließen. Barça ließ eine Fülle an Hochkarätern ungenutzt: Eine Doppelchance vergaben Lamine Yamal und Raphinha leichtfertig (17.). Letzterer scheiterte zudem an der Latte (43.), ehe Yamal noch einen Foulelfmeter verschoss (45.+3). Indes präsentierte sich Flicks Elf defensiv abermals zu anfällig: Aufseiten Gironas hätten sowohl Vladyslav Vanat (29./35.) als auch Ivan Martin (72.) schon früher die Weichen auf die zweite Barca-Pleite in Serie stellen können – doch Joan Garcia parierte stark. Bevor die Saison in die heiße Phase geht, gab Flick seiner Mannschaft zwei Tage frei. Erst am Samstag (16.15 Uhr bei DAZN) ist der Meister in der Liga gegen Villarreal wieder im Einsatz, es folgt das Pokal-Rückspiel gegen Atlético, ehe im März auch die nächsten Höhepunkte in der Champions League warten. Noch sind die Katalanen in drei Wettbewerben vertreten.