FAZ 03.12.2025
10:39 Uhr

Adventspartys: Fünf Ideen für das Feiern im Advent


Im Dezember ist es ungemütlich. Sich mit Familie und Freunden zu treffen, kann gegen den Winterblues helfen. So können Sie sich die dunkle Jahreszeit verschönern.

Adventspartys: Fünf Ideen für das Feiern im Advent

Der Adventstee, der zur Party wird Rituale sind gerade in der Adventszeit etwas, was vor allem Kinder mögen. Jedes Jahr die gleiche Art von Adventskalender, immer am 6. Dezember kommt der Nikolaus und dann natürlich der Heiligabend, den jede Familie auf ihre Art feiert. Wir haben zum Beispiel viele Jahre immer am zweiten Sonntag im Dezember einen Adventstee veranstaltet. Am Anfang noch ohne Kinder. Wir verschickten lustige Einladungen, ganz altmodisch per Post, dekorierten unsere Wohnung mit Tannenzweigen, Kerzen und Lichterketten. Jeder Gast brachte Plätzchen oder Stollen mit, wir servierten selbst gemachten Glühwein, und wenn alle genug vom Süßkram hatten, gab es abends einen Borschtsch aus Rindfleisch und roter Bete, den wir am Tag vorher zubereitet hatten. Wenn ich mir heute die Fotos von den Adventstees in den Anfangsjahren anschaue, würde ich sagen, dass es eher Adventspartys waren, denn alle Gäste standen am späten Abend in der Küche, zwischen jeder Menge leerer Weinflaschen, die irgendwann am Abend den Glühwein abgelöst hatten. Das muss natürlich nicht sein. Man kann zum Adventstee auch ganz klassisch mit Kaffee, Plätzchen und Kuchen für den Nachmittag einladen, was insbesondere dann praktikabel ist, wenn man kleine Kinder hat. Je nach Platz sollte man die Zahl der Gäste im Auge behalten, denn bei uns lief es irgendwann alles etwas aus dem Ruder. Variationen des Adventstees können sein: Alle ziehen sich weihnachtlich an; am 6. Dezember kommt der Nikolaus (wenn man jemanden findet, den die Kinder nicht kennen); alle wichteln (siehe „Julklapp“ auf dieser Seite). Das muss man vorbereiten: Plätzchen backen, Wohnung dekorieren, Borschtsch (oder anderen Eintopf) am Vortag kochen, Glühwein ansetzen, Getränke kalt stellen Der Weihnachtsmarkt, der bei jedem Wetter geht Als wir irgendwann mit dem Adventstee aufhörten, weil es immer mehr Kinder im Freundeskreis gab und alles einfach zu rummelig in unserer Wohnung wurde, hatte meine Freundin Alex eine wunderbare Idee als Ersatz: Warum machen wir nicht einen Weihnachtsmarkt? Also einen in Miniaturform. Das Konzept ist etwas aufwändiger – und man muss dazu über einen Garten oder wenigstens einen größeren Balkon oder eine Terrasse verfügen. Aber mit Kindern macht schon die Vorbereitung enorm viel Spaß. Wir bauen verschiedene Tische als kleine Stände auf und dekorieren sie weihnachtlich mit Tannenzweigen, bunten Kugeln und Lichterketten. Es gibt einen Stand mit Dosenwerfen, einen mit Popcorn aus der Popcorn-Maschine und Zuckerwatte – ebenfalls aus einer Maschine, die wir uns geliehen hatten. Und frische Waffeln aus dem Waffeleisen, die am Holzspieß serviert werden. Außerdem gibt es gebrannte Mandeln, Schoko-Fruchtspieße und Muffins. Das Spektakel fängt jedes Jahr am zweiten Advent um 16 Uhr an, ab dann läuft vermutlich zur Freude der umliegenden Nachbarn auch die Weihnachtsmusik aus der Bluetooth-Box. Und wenn es dunkel wird, zünden wir in der Feuerschale Holz an, während die Kinder Stockbrot am Feuer backen. Dazu Würstchen vom Grill, ganz unkompliziert im Brötchen serviert. Seit zwei Jahren gibt es zudem Raclette-Brote, die wir auf einem Weihnachtsmarkt im Taunus entdeckt hatten. Dazu muss man klassisches Sauerteigbrot mit auf dem Grill geschmolzenem Raclette-Käse, klein geschnittenen roten Zwiebeln und sauren Gurken belegen. Zum Trinken gibt es selbst gemachten Glühwein, Kinderpunsch und heißen Apfelwein, der mit Zimt, Nelken und Zucker sein saures Aroma verliert. Mittlerweile ist der Weihnachtsmarkt etwas abgespeckt, denn einige Kinder sind schon groß und werfen keine Dosen mehr, aber es macht auch unter Erwachsenen immer noch Spaß, auch wenn es regnet, dafür haben wir uns ein Partyzelt besorgt. Zweimal hatten wir sogar Schnee – das war natürlich besonders schön. Das muss man vorbereiten: die Vorbereitung des Essens unter den Freunden verteilen, jeder sollte was mitbringen; am Vormittag aufbauen und dekorieren Der Aperitif, der auch im Winter wärmt Der Aperitivo, wie er in Italien heißt, und der französische Apéro sind mittlerweile auch in deutschen Sommerabenden angekommen. Erfunden wurde das Ritual, bitteren oder aromatisierten Alkohol vor dem Essen zu genießen, um den Appetit anzuregen. Daraus wurde in Italien und Frankreich ein soziales Ritual, das auch ohne Abendessen funktioniert. Es ist eine unkomplizierte Art, sich am frühen Abend zu treffen, auch ganz spontan. Warum sollte man dieses Konzept nicht auch im Winter übernehmen? Der Markt hat längst reagiert und bietet viele winterliche Formen des Aperitifs an, wie zum Beispiel einen Glüh-Apéro, der aus Glühwein und Waldbeeraroma besteht. Auch die klassischen Spritz-Getränke lassen sich für den Winter abwandeln. Ein Glühwein-Aperol aus Orangensaft, Aperol, Grenadine und Glühwein ist leicht selbst gemacht. Zum Aperitif bietet man eine Kleinigkeit zu essen an, aber nicht zu viel, denn er soll nicht das Abendessen ersetzen – wie schnell gemachte Blätterteigteile, Bruschetta oder etwas Käse mit Baguette. Zur Not gehen auch Nüsse und Chips – keiner kommt des Essens wegen. Das muss man ­vorbereiten: Getränke mischen, eventuell schon erwärmen (nicht kochen), bevor die Gäste kommen. Käsebrett, Bruschetta oder ­Blätterteigteile ­zubereiten Der Julklapp, der poetisch wird Der „Julklapp“ ist in der Familie meines Mannes eine jahrzehntealte Tradition. Im Kern ist es das, was heute bei vielen als Wichteln veranstaltet wird. Die Familie mit sämtlichen Cousins, Cousinen, Onkeln und Tanten trifft sich dazu am zweiten Weihnachtsfeiertag, aber jedes andere Datum im Dezember geht auch. Es werden Geschenke verteilt, Brauchbares wie Unbrauchbares, schon Gelesenes, Gehörtes oder Selbstgebackenes. Verschärft wird der Julklapp in dieser Familie allerdings dadurch, dass das ­Geschenk mit einem selbst gemachten Gedicht über-reicht wird, das den Gegenstand oder den Beschenkten würdigt. Nicht jeder in der Familie konnte oder wollte dichten, aber die, die es taten, waren und sind echte Meister. Was leider auch dazu führte, dass die jüngere ­Generation, weniger geübt, neuerdings die Gedichte ­auslässt und schneller zu Wein und Essen übergeht. Das gibt es nämlich auch. Aber auch hier heißt die Devise: Keep it simple! Jeder bringt was mit, und wenn das Essen alle ist, ist es alle. Das muss man vorbereiten: Geschenk aussuchen und verpacken, etwas zum Essen vorbereiten. Getränke kalt stellen. Und bei Bedarf ein Gedicht dichten (ohne KI) Das Plätzenbacken, das auch ohne Christian funktioniert Das macht allen Kindern Spaß: Teig kneten, ausstechen, backen, verzieren. Noch mehr Spaß macht es in einer Gruppe. Das gemeinsame Plätzchenbacken haben wir in der Corona-Zeit angefangen, als man sich endlich wieder treffen durfte und gar nicht genug davon bekam, Menschen um sich zu haben. Es waren die Freunde, mit denen wir uns regelmäßig im Park zum Tischtennisspielen trafen. Das Logo unserer Plätzchenbacken-Tischtennis-Gruppe ist daher auch ein Cookie als Tischtennisschläger. Bei unserem ersten Backen war noch Christian aus Österreich dabei, der ganz offenbar von seiner Mutter als Meisterbäcker ausgebildet worden ist, bevor er Physik studierte. Er wusste alles über Teig und seine Beschaffenheit. Leider ist Christian nicht mehr dabei, aber es funktioniert auch, wenn man nur leidlich backen kann. Ich habe einen „Auf Nummer sicher“-Plätzchenteig (350 g Mehl, 100 g Zucker, 200 g weiche Butter, 2 EL Milch, Prise Zucker), der immer gelingt. Wichtiger ist später ohnehin das Bemalen. Dazu Puderzucker mit Zitronensaft verrühren und mit essbarer Farbe vermischen, plus Dekozeug wie Zuckerperlen und Glitzer. Denn dabei können sich die Kinder stundenlang vertiefen. Später gibt es auch Sekt, und zum Abendessen bestellen wir einfach Pizza. Das muss man ­vorbereiten: Teig kneten und in den Kühlschrank stellen; Zutaten zum Dekorieren in Schüsselchen verteilen; Getränke kalt stellen