FAZ 19.01.2026
05:44 Uhr

Abstinenz: Wie es ist, acht Monate keinen Alkohol zu trinken


Unser Autor hat sich vom Alkohol verabschiedet – zum zweiten Mal. Was ist anders geworden als beim ersten Mal, und wie reagieren die, die weiter trinken? Eine nüchterne Bilanz.

Abstinenz: Wie es ist, acht Monate keinen Alkohol zu trinken

Mit einem tiefen Atemzug kam ich wieder zu mir. Kaum hatte ich die Augen aufgeschlagen, traf mich die erste Schmerzwelle. Es war, als hätte man mir Rasierklingen und Nägel in den Schädel gegossen und alles kräftig durchgeschüttelt. Mein Mund war trocken, meine Kleidung roch nach kaltem Rauch. Der erste Satz, der mir in den Sinn kam, war der Schluss eines Rilke-Sonetts, das ich in der Schule gelesen hatte: Du musst dein Leben ändern. Das mag jetzt etwas drastisch klingen, aber an jenem Morgen sah ich die Worte ganz klar vor mir. Ich denke immer an diesen Satz, wenn ich in einer Sackgasse stecke, wenn ich mir selbst gefährlich werde.

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Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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