Die ARD verliert ein prominentes Programmgesicht. Helge Fuhst, der Zweite Chefredakteur der Nachrichtenredaktion ARD-aktuell und Moderator der „Tagesthemen“, wechselt zu einem privaten Medienunternehmen. Das bestätigte der Norddeutsche Rundfunk auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Wohin es Fuhst zieht, soll im Februar mitgeteilt werden. Der Journalist hat bei der ARD bislang eine steile Karriere hingelegt, die ihn fast bis an die Spitze des Westdeutschen Rundfunks geführt hätte. Er begann 2008 als Producer im ARD-Studio Washington und absolvierte ein Volontariat beim NDR. 2012 und 2013 arbeitete er für die „Tagesthemen“, deren Moderator damals der spätere WDR-Intendant Tom Buhrow war. Als dessen persönlicher Referent ging Fuhst 2013 zum WDR. Fuhst unterlag Vernau bei Intendantenwahl Dort stieg er zum stellvertretenden Chef der Intendanz auf. 2016 wechselte er zum Spartenkanal Phoenix. Als dessen Programmgeschäftsführer moderierte er die Sendungen „Unter den Linden“ und „Der Internationale Frühschoppen“. 2019 ging er als Zweiter Chefredakteur zu ARD-aktuell und übernahm die Verantwortung für die „Tagesthemen“, die er auch moderiert. Im Juni 2024 trat Fuhst als Kandidat bei der Intendantenwahl im Westdeutschen Rundfunk an. Bei der stellten sich vier Bewerber dem Rundfunkrat vor: die WDR-Verwaltungsdirektorin Katrin Vernau, der WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn, der Leiter des ZDF-Studios in Washington Elmar Theveßen und – Fuhst. Nach dem ersten Wahlgang schieden Schönenborn und Theveßen aus, im zweiten Wahlgang unterlag Helge Fuhst gegen Katrin Vernau mit 18 zu 36 Stimmen. Die ARD hatte in den vergangenen Jahren einige prominente Abgänge aus ihrem Informationsprogramm zu verzeichnen. Marc Bator ging zu Sat.1, Pinar Atalay wechselte zu RTL, Linda Zervakis heuerte bei Pro Sieben an, der „Tagesschau“-Sprecher Constantin Schreiber ging vor einem halben Jahr als „Global Reporter“ zur „Welt“.
