Dass Helge Fuhst, der Zweite Chefredakteur der Nachrichtenredaktion ARD-aktuell, Chef und Moderator der „Tagesthemen“, die ARD verlässt, war seit ein paar Tagen bekannt. Nun wissen wir, wohin er geht. Fuhst wird „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ Vorsitzender der Chefredaktionen der sogenannten „Premium“-Gruppe des Axel Springer Verlags. Zu dieser gehören „Welt“, „Politico Deutschland“ und „Business Insider Deutschland“. Fuhst wird die Berichterstattung „markenübergreifend“ steuern Fuhst werde, teilte Springer am Mittwoch mit, die gesamte Berichterstattung der Gruppe „markenübergreifend“ steuern und zugleich Chefredakteur der „Welt“-Gruppe sein. Die Chefredakteure Gordon Repinski („Politico“) und Moritz Seyffarth („Business Insider“) behalten ihre Jobs und berichten künftig an Fuhst. Ulf Poschardt bleibt Herausgeber der „Premium“-Gruppe. Der bisherige Chefredakteur der „Welt“-Titel, Jan Philipp Burgard, lege seine Aufgabe „mit sofortiger Wirkung aus gesundheitlichen Gründen nieder“, so der Springer-Verlag. Damit rückt Fuhst aus der zweiten Reihe der ARD an die Spitze des Springer-Journalismus, vergleichbar mit der Rolle von Marion Horn als Vorsitzender Chefredakteurin der „Bild“-Redaktionen. Bei der ARD hat der 41 Jahre alte Fuhst eine steile Karriere gemacht. 2008 fing er als Producer im Studio Washington an, volontierte beim NDR, ging zu den „Tagesthemen“, leitete die Intendanz beim WDR, wurde Programmgeschäftsführer des Spartenkanals Phoenix und schließlich Zweiter Chefredakteur der ARD-Nachrichtenzentrale in Hamburg. Dass er Intendant des WDR und Nachfolger seines Förderers Tom Buhrow werden könnte, trauten ihm nicht wenige zu. Doch unterlag Fuhst bei der Intendantenwahl im Juni 2024 im zweiten Wahlgang Katrin Vernau. Mit Fuhst übernehme „ein hervorragender Journalist und ausgezeichneter Medienmanager die redaktionelle Spitze der ,Premium-Gruppe‘“, sagte der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner. Er sei froh, dass die Gruppe „gestärkt und perfekt aufgestellt in das Superwahljahr 2026 geht“. Jan Philipp Burgard habe die Titel „sehr gut aufgestellt“ und „Welt TV“ zu „Rekordergebnissen geführt“.
