Der Schweizer Marco Odermatt hat auch die erste Weltcup-Abfahrt des Winters in Beaver Creek gewonnen. Odermatt triumphierte vor dem Amerikaner Ryan Cochran-Siegle (+0,30 Sekunden) und dem Norweger Adrian Smiseth Sejersted (+0,69). Der Sieg des 28 Jahre alten Ski-Stars wurde allerdings von einem schweren Sturz des Slowenen Rok Aznoh überschattet. Das Rennen im US-Bundesstaat Colorado musste kurz vor dem Ende für mehrere Minuten unterbrochen werden. Der 23-jährige Aznoh hatte die Kontrolle über seine Skier verloren, war mit hoher Geschwindigkeit in den Fangzaun gekracht und heftig gestürzt. Sein Helm flog davon. Der Rennläufer blieb zunächst regungslos liegen, wurde lange behandelt und schließlich zu einem Rettungshubschrauber gebracht. Mittlerweile teilte sein Team über die sozialen Medien mit, dass der Olympia-Winter für Aznoh beendet ist. Er erlitt zwar keine schwere Kopf- oder Nackenverletzung, allerdings eine Gehirnerschütterung und mehrere Verletzungen im rechten Knie – darunter einen Kreuzbandriss. Man stehe im Austausch mit dem medizinischen Personal und werde in den kommenden Tagen weitere Entscheidungen über den Behandlungsverlauf treffen, hieß es weiter. Die Deutschen fuhren hinterher Der viermalige Gesamtweltcupsieger Odermatt präsentiert sich rund zwei Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Italien weiter in Topform. Der Triumph auf der legendären Piste „Birds of Prey“ war bereits sein dritter Erfolg in dieser Saison und der insgesamt 48. Weltcup-Sieg seiner Karriere. Zuvor hatte er schon den Riesenslalom im österreichischen Sölden und den Super-G in Copper Mountain/USA gewonnen. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der Riesenslalom-Olympiasieger: „Das Gefühl war sehr gut. Der Ski hat perfekt gepasst, wenn man das spürt, kann wenig passieren.“ Dass er im Riesenslalom, Super-G und jetzt in der Königsdisziplin das erste Saisonrennen gewonnen hat, nannte er „schon cool“ und meinte: „Da sieht man, dass alles passt.“ Der Norweger Alexander Aamodt Kilde gab sein Comeback in der Abfahrt und belegte 22 Monate nach seinem schweren Sturz in Wengen den elften Platz (+1,37). Die deutschen Athleten enttäuschten dagegen: Routinier Romed Baumann (+1,85) wurde 22., sein Teamkollege Simon Jocher (+2,95) belegte nur Rang 46. Der junge Maximilian Schwarz (+4,22) landete bei seinem vierten Weltcup-Start auf Position 60. Schneemangel hatte zu mehreren Änderungen im Rennprogramm von Beaver Creek geführt. Die geplante zweite Abfahrt wurde gestrichen, sie wird nun am 18- Dezember in Gröden (Itaien) nachgeholt. Der Super-G wird wegen der Wetterprognose von Samstag auf Freitag vorgezogen. Beim Auftaktrennen war das Ziel ein Stück nach oben und die Strecke dadurch etwas verkürzt worden.
