FAZ 07.12.2025
12:38 Uhr

50+1 im Fußball subtrahiert: Grundrechnen mit Hoeneß


Der Ehrenpräsident des FC Bayern glaubt, dass die Regel zur Begrenzung von Investoreneinfluss im deutschen Profifußball fallen muss. Ein Beispiel, wie er rechnet.

50+1 im Fußball subtrahiert: Grundrechnen mit Hoeneß

Weil dieser Reggie Miller ein gemeiner Spieler war, machen wir weiter mit einem gemeinen Satz: Man will nichts auf den Kopf stellen, sondern muss eher auf den Kopf gefallen sein, wenn man den OMR-Podcast cool findet. In der vergangenen Woche sind viele Sätze daraus in vielen Medien wiedergegeben worden, weil die Worte aus dem Mund von Uli Hoeneß kamen und von dort vielleicht nicht in Fußballgottes Ohr gehen, aber doch in die Ohren der deutschen Fußballentscheider. Zu den Sätzen zählten diese zwei: „Ich glaube, über kurz oder lang muss in Deutschland die 50+1-Regelung fallen. Das ist nicht wichtig für Bayern München.“ Für wen dann? Im Podcast ruft Hoeneß rein: Hamburg, Köln, Stuttgart. Was ist mit den Klubs, die im Interview nicht erwähnt werden? Hoffenheim, Leipzig, Wolfsburg. Dort, wo SAP-Mitgründer Hopp (Hoffenheim), Red Bull (Leipzig) und VW (Wolfsburg) das Geld geben, wurde oder wird die 50+1-Regel umgangen. Sie haben anders als Bayern München aber nicht die Macht, sie zu Fall zu bringen. Man darf daher in den letzten zwölf Sekunden, die zum Lesen dieses Textleins nötig sind, darauf hinweisen, dass die drei mehr oder weniger mit Hoeneß’ Klub verbandelt sind: SAP als Namensgeber der Münchner Basketballarena, Red Bull als Vermieter der Arena und VW durch den FC-Bayern-Anteilseigner Audi. Willkommen in der Sportwelt!