FAZ 27.01.2026
09:14 Uhr

45 Tote in Andalusien: Was löste das Zugunglück in Spanien aus?


Wie kam es zu der verheerenden Katastrophe in Andalusien mit 45 Toten? Ermittler konzentrieren sich auf eine Schweißnaht zwischen einem neuen und einem fast 30 Jahre alten Gleis.

45 Tote in Andalusien: Was löste das Zugunglück in Spanien aus?

Nach dem Zugunglück in Andalusien mit 45 Toten konzentrieren sich die Ermittlungen auf eine schadhafte Schweißnaht zwischen zwei Schienen. Sie verbindet einen älteren Gleisabschnitt mit neuen, vor weniger als einem Jahr verlegten Schienen, wie spanische Medien berichteten. Direkt dahinter kam es nach einem ersten Bericht der Untersuchungskommission CIAF am 18. Januar zu dem Schienenbruch. Er ließ zunächst einen Iryo-Hochgeschwindigkeitszug entgleisen, der dann mit einem Alvia-Zug auf dem Gegengleis kollidierte. „Alles deutet darauf hin, dass die Hauptursache weniger der Bruch der Schiene als vielmehr der Bruch einer Schweißnaht war“, sagte der CIAF-Präsident Ignacio Barrón. Laut Verkehrsminister Óscar Puente war der Streckenabschnitt bis zum vergangenen Frühjahr renoviert worden. Das beschädigte Gleis, aus dem ein 40 Zentimeter langes Stück herausgerissen wurde, sei im Jahr 2023 von dem Unternehmen ArcelorMittal in Spanien hergestellt und im Mai 2025 verlegt worden. Es habe über alle erforderlichen Zertifizierungen verfügt. Geschwindigkeit auf einigen Strecken deutlich reduziert Puente sprach von einem möglichen Herstellungsfehler. Der Stahl der beschädigten neuen Schiene weist angeblich an der Bruchstelle gegenüber der Schweißnaht eine dunkle Verfärbung auf. Nach Presseberichten wurde dieses Gleisstück im Jahr 1989 hergestellt. Wegen des Verdachts auf Schäden wurde die Geschwindigkeit auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken von Madrid nach Valencia und Barcelona auf mehreren Abschnitten deutlich reduziert. Das führte zu größeren Verspätungen. In Katalonien dauert das Bahnchaos im Regionalverkehr schon seit einer Woche an, das nach einem tödlichen Zugunglück während eines Unwetters am vergangenen Dienstag begonnen hatte. Am Montag, als der reguläre Fahrbetrieb der „Rodalies“ nach einer Überprüfung aller Strecken wieder aufgenommen werden sollte, kam es zu zwei Ausfällen im wichtigsten Kontrollzentrum. Ein Cyberangriff wird nicht ausgeschlossen. Der gesamte Verkehr stoppte abermals stundenlang. Am Dienstag kam es wieder zu zahlreichen Ausfällen. Inzwischen wurden zwei Chefs des Netzbetreibers Adif und der Staatsbahn Renfe entlassen.