Die erste Ausfahrt überforderte uns ein wenig. Nicht weil unter der Haube zwei Motoren, einer davon elektrisch, arbeiteten. Doch in einem in Japan zugelassenem Rechtslenker einen deutschen Kreisverkehr zu befahren, erforderte höchste Konzentration. Davon abgesehen schien uns der erste Toyota Prius ein gang- und vor allem fahrbarer Weg in die Zukunft, ging es damals doch nicht um Nullemissionen, sondern ums Kraftstoffsparen. Vor 25 Jahren stand dann die deutsche Version erstmals beim Händler, das Lenkrad selbstverständlich auf der richtigen Seite. Da hatte der Hersteller in der Heimat bereits einige Jahre Erfahrung mit der Serienproduktion gesammelt. Der Erfolg hielt sich anfangs in Grenzen, 604 Prius verkaufte der Importeur hierzulande im ersten Jahr. Die aerodynamisch optimierte und ziemlich langweilige Karosserie dürfte dazu beigetragen haben. Doch der Konzern hielt an dem Antriebskonzept fest, entwickelte es stetig weiter und verpflanzte es in zahlreiche weitere Modelle. Der lange Atem zahlte sich aus. Bis Ende vergangenen Jahres verkaufte Toyota weltweit mehr als fünf Millionen Prius und noch viel mehr Autos mit der gleichen Technik. Von diesem Kuchen hätte sich Audi ein gehöriges Stück abschneiden können. Denn die Ingolstädter hatten mit dem A4 Avant Duo bereits 1997 mit dem Verkauf eines Hybridfahrzeugs begonnen. Der Akku war, anders als der des Prius, sogar extern per Stecker aufzuladen, der Verbrennungsmotor ein moderner Diesel. Der Vorsprung durch Technik half nichts, schon ein Jahr später stellte Audi den Verkauf wegen zu geringer Absatzzahlen wieder ein. Allzu viel gelernt scheint man im Volkswagen-Konzern daraus nicht zu haben, ein Strategiewechsel folgt bis heute dem nächsten. Dass andere europäische Hersteller es nicht besser machen, ist ein schwacher Trost. Es würde helfen, den Blick ab und zu gen Osten zu wenden.
