FAZ 19.11.2025
08:24 Uhr

236,4 Millionen für Klimt: Auktionsrekord in New York


Das zweitteuerste je versteigerte Kunstwerk stammt jetzt von Gustav Klimt. Eine goldene Toilette erzielte bei den Eröffnungsauktionen von Sotheby's im New Yorker Breuer Building gleichfalls einen hohen Preis.

236,4 Millionen für Klimt: Auktionsrekord in New York

Ein Gemälde des österreichischen Malers Gustav Klimt (1862 bis 1918) ist bei Sotheby’s in New York für 236,4 Millionen Dollar (etwa 204 Millionen Euro) inklusive Aufgeld versteigert worden. Damit ist es nun das zweitteuerste je bei einer Auktion verkaufte Werk der Kunstgeschichte. Kurz nach dem Zuschlag darauf vermittelte das Auktionshaus im Rahmen seiner Herbstauktionen eine voll funktionsfähige Toilette aus achtzehnkarätigem Gold. Das Werk des 65 Jahre alten italienischen Konzeptkünstlers Maurizio Cattelan erzielte einen Preis von 12,1 Millionen Dollar. Klimts „Porträt der Elisabeth Lederer“ ist zudem das teuerste je versteigerte Werk dieses Künstlers und das teuerste je erfolgreich auktionierte der Unternehmensgeschichte, teilte Sotheby’s mit. Zahlreiche Interessenten lieferten sich ein zwanzig Minuten andauerndes Bietergefecht, bis der Hammer zugunsten eines ungenannten Bieters fiel. Das teuerste je auf einer Auktion verkaufte Kunstwerk ist seit 2017 das Leonardo da Vinci zugeschriebene Bild „Salvator Mundi“ mit 450,3 Millionen Dollar. Das „Porträt der Elisabeth Lederer“ von Klimt hat sich in der Rangliste jetzt vor ein Porträt der Schauspielerin Marilyn Monroe von Andy Warhol geschoben, das 2022 rund 195 Millionen Dollar erzielte. Klimts zwischen 1914 und 1916 angefertigte Bild zeigt die Tochter eines Industriellenehepaars, das zu den wichtigsten Förderern des Wiener Jugendstilmalers gehörte. Der bisherige Auktionsrekord für ein Werk Klimts lag bei 108,8 Millionen Dollar brutto und wurde 2023 in London aufgestellt. Das neue Rekordwerk war Teil der Sammlung des im Sommer verstorbenen Milliardärs Leonard Lauder, aus der Sotheby’s in New York noch zahlreiche weitere Stücke für insgesamt 527,5 Millionen Dollar versteigerte. Die Versteigerung der goldenen Spültoilette mit dem provokanten Titel „America“ war ein weiterer Höhepunkt des Auktionsabends. Der Italiener Maurizio Cattelan ist für seine Konzeptkunstwerke bekannt, die Preis und Wert einer Arbeit subversiv infrage stellen: Im vergangenen Jahr wurde eine von ihm mit Klebeband an der Wand befestigte Banane in New York für 6,2 Millionen Dollar brutto versteigert. Von der goldenen Toilette hatte er 2016 zwei Versionen angefertigt: Eine davon war im Guggenheim Museum in New York ausgestellt und später an das Geburtshaus von Winston Churchill in Großbritannien ausgeliehen worden, aus dem sie 2019 gestohlen wurde. Die zweite Version war 2017 an einen Privatsammler verkauft worden. Amerikanischen Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um den Milliardär Steve Cohen, dem unter anderem das Baseballteam New York Mets gehört. Nun habe „eine berühmte amerikanische Marke“ bei der Auktion den Zuschlag bekommen, hieß es aus dem Auktionshaus. Es war die erste Auktion von Sotheby’s in seinem neuen Hauptsitz: dem von Marcel Breuer im Stil des Brutalismus gebauten früheren Whitney Museum an der noblen Upper East Side von Manhattan. Die traditionellen Herbstversteigerungen dauern auch an den anderen großen Auktionshäusern in New York noch die ganze Woche an.