FAZ 30.12.2025
11:22 Uhr

2025 in Zitaten: Von „Rambo Zambo“ bis zur „Frikadelle am Freitag“


Windmühlen, Stadtbilder und ein verlobter Superstar: 2025 war ein Jahr der Widersprüche, der Ansprüche und der simplen Sprüche. Die bemerkenswertesten Zitate

2025 in Zitaten: Von „Rambo Zambo“ bis zur „Frikadelle am Freitag“

„Wir reißen alle Windkraftwerke nieder! Nieder mit diesen Windmühlen der Schande!“ Auf dem AfD-Bundesparteitag in Riesa (Sachsen) kritisiert Spitzenkandidatin Alice Weidel am 11. Januar die Politik der Hessischen Landesregierung, die es befürwortet, dass 18 neue Windkraft­werke im Reinhardswald in Hessen ­errichtet werden. „Das Tor zur Hölle können wir noch gemeinsam schließen.“ Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Rolf Mützenich, fordert die Unionsfraktion von Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) am 31. Januar im Bundestag auf, Mehrheiten in der Mitte des Parlaments zu suchen. Dass die Union zwei Tage ­zuvor mithilfe der AfD einen rechtlich nicht bindenden Antrag zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag durch­gesetzt hatte, nennt er einen „Sündenfall“. „Ihr könnt uns nicht unser Land nehmen – und auch nicht unser Spiel.“ Der scheidende kanadische Premier­minister Justin Trudeau reagiert am 21. Februar auf X auf den Sieg der kanadischen Eishockey­-Nationalmannschaft im Spiel gegen die Auswahl der Vereinigten Staaten. Der amerikanische ­Präsident Donald Trump hatte zuvor ­davon gesprochen, dass Kanada eines Tages, „vielleicht schon bald“, der 51. Bundesstaat der USA sein werde. „Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adenauer-Haus sein.“ Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz freut sich am 23. Februar über seinen Sieg bei der Bundestagswahl und spielt auf einen Song des Entertainers Stefan Raab an. Dieser hatte ein Musikvideo mit Merz-Zitaten aus dem Wahlkampf veröffentlicht, darunter die Formel „Rambo Zambo“ – eine Abwandlung von „Ramba Zamba“. Merz nimmt die Wort­schöpfung am 17. Mai in seinem Glückwunsch an den FC Bayern München zur deutschen Fußballmeisterschaft wieder auf und schreibt auf X: „Viel Spaß und ordentlich Rambo ­Zambo auf dem Marien­platz!“ „Von heute aus gesehen, hätte ich mich lieber Barbara als Shirin genannt. ­Barbara klingt so royal! Der Name war mir früher zu uncool, zu erwachsen, zu ­gediegen. Aber jetzt, wo ich erwachsen bin . . .“ Shirin David sagt im Fragebogen des F.A.Z.-Magazins (ausnahmsweise in der Tageszeitung vom 24. Februar ab­gedruckt), ihr ­Lieblingsvorname sei ­Barbara. Ihr bürgerlicher Name ist ­Barbara Shirin Davidavicius. „Sie haben die Karten nicht in der Hand.“ Der amerikanische Präsident Donald Trump wirft dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 28. Februar bei einem ­Treffen im ­Weißen Haus in Washington Undankbarkeit vor. Bei dem ­Gespräch, bei dem auch Trumps Stell­vertreter J.D. Vance mitmischt, kommt es vor laufenden ­Kameras zu einem Eklat. „Warum tragen Sie keinen Anzug? (...) Besitzen Sie überhaupt einen Anzug?“ Der amerikanische Journalist Brian Glenn provoziert den ukrainischen Präsidenten Selenskyj beim gleichen Treffen im Weißen Haus. Selenskyj verweist auf den Krieg in seinem Land und antwortet: „Ich werde einen Anzug tragen, wenn dieser Krieg vorbei ist. Vielleicht einen wie Ihren, ­vielleicht einen besseren. Vielleicht auch einen günstigeren.“ „Ich schaue aus dem ­Fenster.“ Robert Wilson am 12. April auf die ­Frage aus dem Fragebogen des F.A.Z.-Magazins: „Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen?“ Am 4. Oktober stirbt der amerikanische ­Regisseur im Alter von 83 Jahren. „Ich habe mich entschieden, in die ­andere Richtung zu rennen und die Frau zu stoppen.“ Am 23. Mai attackiert eine Frau am Hamburger Hauptbahnhof viele Reisende mit einem Messer und verletzt mehr als 15 Personen teils schwer. Der 19 Jahre alte Syrer Muhammad Al Muhammad, der am Gleis wartete, berichtet dem „Spiegel“ am nächsten Tag, mit einem weiteren Mann habe er die Frau aufgehalten und zu Boden gedrückt. ­Immer wieder habe er zu ihr gesagt: „Wenn du aufstehen, ich schlage!“ „Für die Frikadelle am Freitag. Wie ­jeden Freitag. Fehlt! Wenn die weg sind . . . sieht’s schwer aus.“ Der Wittener Busfahrer Freddy Külpmann antwortet ­ in einer Sendung des WDR auf die Frage, für welchen Imbiss er sich entschieden habe – und bedauert, dass der Wittener „Frikadellenkönig“ Uwe Gambalat schließt. ­Dabei bricht ihm die Stimme, und er beginnt zu ­weinen. Der Clip mit dem weinenden Busfahrer geht viral. Es gehe nicht nur um die Frikadelle, sagt Külpmann ­anschließend, es ­gehe um die Kontakte zu den Menschen. „Frau Zimmermann, ich bin Ihnen dankbar für den Begriff Drecksarbeit. Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle.“ Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beantwortet am 16. Juni in einem ZDF-Interview am Rande des G-7-Gipfels in Kanada eine Frage von Moderatorin ­Diana Zimmermann, indem er ihr Wort „Drecksarbeit“ im Zusammenhang mit den israelischen Angriffen auf Iran aufgreift. Sein Satz wird vielfach kritisiert. „Der Bundestag ist ja nun kein Zirkuszelt.“ Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellt sich am 1. Juli in der ARD-Talkshow „Maischberger“ hinter den Kurs von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), zum Christopher Street Day (CSD) am 26. Juli keine Regenbogenfahne auf dem Reichstagsgebäude zu hissen. „Either they’re having an affair or they’re just very shy.“ Chris Martin von der Band Coldplay kommentiert während eines Konzerts in Boston Mitte Juli ein Paar auf der großen ­Leinwand, das sich beim „Kiss Cam“-Moment nicht küsst, sondern sich die ­Hände vors Gesicht hält, sich wegdreht und bückt, um nicht erkannt zu werden. In der Folge verlieren der Mann und die Frau ihre Arbeitsstellen. „Ich liebe es, wenn meine Mannschaft mich ein bisschen testet.“ Die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger spricht über das Viertelfinale gegen Frankreich bei der Frauenfußball-Europameisterschaft am 20. Juli. Mit einer spektakulären Parade wehrte sie eine unglückliche Kopfballrückgabe ihrer Mitspielerin Janina Minge ab.Im Elf­meter­schießen siegt Deutschland 6:5. Im Halbfinale verliert das deutsche Team 0:1 gegen Spanien. „Leute, sagt mal, ich bin ja auf Job­suche, ab Oktober, November, Dezember so, mal gucken. Und es ist voll schwierig, weil ich hab jetzt so mega den Job gehabt, mit so Reisen und politisches Machen und Presse und dies das. Und jetzt, keine Ahnung, ich will nicht ­wieder 40 Stunden im Büro sitzen.“ Jette Nietzard, die ehemalige Chefin der ­Grünen Jugend, sucht Mitte August einen neuen Job per Instagram. Es gebe „voll die geilen ­Sachen, aber man weiß nichts davon“. Sie ­habe „übelst Bock“: „Ich kann mir alles vorstellen. Ich will ­alles machen. Alles gleichzeitig.“ Ihre Follower sollen ihr mitteilen, „was so der geilste Shit ist, den man so machen kann“. Aber sie müsse dabei „Geld verdienen, das ist die einzige Bedingung“. „Eure Englischlehrerin und euer Sportlehrer werden heiraten.“ Taylor Swift und Travis Kelce geben am 26. August auf Instagram ihre Ver­lobung ­bekannt und unterfüttern ihre Absicht mit ­romantischen Fotos aus einem Garten. Die Popsängerin, die ­literarisch interessiert ist, und der ­NFL-Profi waren im Sommer 2023 zusammen­gekommen. „Ohne Auto, Maschinenbau und ­Chemie ist Deutschland eine Dame ­ohne Unterleib.“ Im Interview mit der F.A.Z. vom 9. September kritisiert der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die mangelnde „Bereitschaft zur Technologie“ in Deutschland. Daraufhin wird ihm vorgeworfen, er verhöhne Frauen und äußere sich sexistisch, weil er das weibliche ­Geschlecht auf die Reproduktionsfunktion ­reduziere. „Der Mord hat Charlie Kirk unsterblich gemacht. Das Gewehr war auf ihn gerichtet, aber die Kugel galt uns allen.“ Donald Trump spricht auf der Trauerfeier im amerikanischen Bundesstaat Arizona für den rechten Aktivisten ­Charlie Kirk, der am 10. September an der Utah Valley University in Orem durch einen Schuss in den Hals getötet worden war. „Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem.“ Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird am 15. Oktober in Potsdam aufdas Erstarken der AfD angesprochen. Er sagt unter anderem, dass man frühere ­Versäumnisse in der Migrationspolitik ­korrigiere. Der Bundesinnenminister sei ­dabei, in großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen. Die „Stadtbild“-Äußerung ­bestimmt wochenlang den politischen Diskurs in Deutschland. „Hier können wirklich kaum Menschen richtig würdig leben.“ Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist am 30. Oktober bei einem ­Besuch in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus erschüttert über die Zerstörung. Ein solches Ausmaß ­habe er persönlich bisher nicht gesehen. Wadephul ist skeptisch, dass kurzfristig eine große Zahl syrischer Flüchtlinge freiwillig zurückkehrt. Aus der Union wird er dafür teils heftig kritisiert. „Bevor der nächste Typ euch einen ­unoriginellen Kacktext schreibt, fragt doch das nächste Mal mich.“ Die Rapperin Ikkimel regt sich in einer Instagram-Story Anfang November über den Song „Ihr Möchtegern“ von Lore­dana und Schwesta Ewa auf, in dem sie unter anderem das Zeigen nackter Haut kritisieren. Fans vermuten, dass damit Shirin David gemeint ist. Ikkimels Post wird als Solidarisierung mit David gelesen. Ikkimel ergänzt ihren Vorschlag aber um die Worte: „Würde nein sagen.“ „Ich glaube, es wird Zeit, dass wir die Karten auf den Tisch legen. Ich habe Krebs.“ Thomas Gottschalk gibt am 30. November in einem „Bild“-Interview seine schwere Erkrankung bekannt. „He was known to have driven people CRAZY by his raging obsession of President Donald J. Trump.“ Auf Truth Social nennt Donald Trump am 15. Dezember den ermordeten ­Regisseur Rob Reiner einen „gequälten und kämpfenden“ Menschen, der gestorben sei, weil er Wut ausgelöst habe „durch seine massive, unbeirrbare und unheilbare Erkrankung an einer geistig lähmenden Krankheit namens Trump-Wahn-Syndrom“. Später sagt Trump, Reiner sei „geistesgestört“ gewesen.