Der Erfolg war dann doch eine Überraschung: 100 Millionen Zuschauer im ersten Jahr, acht Millionen verkaufte Soundtracks – und das mit einem Budget von gerade mal 4,2 Millionen US-Dollar und einem bis dahin allenfalls mäßig bekannten Cast. Doch nach der Erstausstrahlung vor 20 Jahren sangen junge Menschen weltweit in ihren Kinderzimmern „We’re breaking free“ und tanzten vor dem Fernseher die Choreographie zu „All in this together“ nach. Die Hauptdarsteller, darunter Zac Efron und Vanessa Hudgens, wurden über Nacht berühmt, der Film mit zwei Emmys ausgezeichnet. Es folgten zwei Fortsetzungen, 2019 legte Disney mit einem Serien-Spin-off nach. Die East High School in Salt Lake City, in der Teile des Films gedreht wurden, bietet nach Schulschluss bis heute Touren durch das Gebäude an. „High School Muscial“ ist dabei eine ziemlich brav erzählte Geschichte über die erste Liebe, heimliche Leidenschaften und Gruppenzugehörigkeit. Anders als viele erfolgreiche Teenieserien aus den Nullerjahren, wie „O.C., California“, „Gossip Girl“ oder „Pretty Little Liars“, die angeblich in der High School spielen, kommt sie ganz ohne Gewalt, Sex, Alkohol und Drogen aus: Troy Bolton, Basketballstar der East High School, verliebt sich in seine neue Mitschülerin und Wissenschaftsnerd Gabriella Montez. Er spielt die Beziehung in der Umkleidekabine runter Gemeinsam entdecken die beiden ihre Begeisterung für Musik und wollen für das Schulmusical vorsingen. Das passt allerdings weder Sharpay Evans, die bislang immer die Hauptrolle in allen Musicals innehatte, noch ihren jeweiligen Freunden, die finden, Gabriella und Troy sollten sich auf das konzentrieren, was sie sowieso am besten können. Die Intrigen bestehen darin, dass Sharpay das entscheidende Vorsingen für das Musical auf den gleichen Tag legt, an dem Gabriella an einem Mathewettbewerb und Troy an einem wichtigen Basketballspiel teilnehmen soll. Zudem sorgen die Freunde der beiden dafür, dass Gabriella erfährt, wie Troy in der Umkleidekabine ihre Beziehung runterspielt, um vor seinen Teamkollegen besser dazustehen. Doch schließlich erkennen die Freunde, wie unglücklich Troy und Gabriella ohne den anderen sind, und helfen ihnen, trotzdem am Vorsingen teilzunehmen. Dass der Film zu so einem großen Erfolg wurde, lag zum einen am preisgekrönten Regisseur und Choreograph Kenny Ortega. Er setzte auf einen handverlesenen Cast und Chemie zwischen den Darstellern statt auf große Namen, gab den jungen Schauspielern beim Drehen Raum für eigene Ideen. Dazu kamen die eingängigen Hits und Choreographien – Ortega war auch für „Dirty Dancing“ verantwortlich. Vor allem aber schuf er mit „High School Musical“ ein Feel-Good-Movie für junge Menschen: Er erzählte von Themen aus ihrer Lebensrealität, machte dabei aber stets Spaß und gab ihnen das Verspechen: Du bist gut so, wie du bist, und du musst nicht immer ins Bild passen. Du kannst Basketball spielen und gerne backen, du kannst ein Nerd sein und gerne Hip-Hop tanzen, du kannst Skater sein und Cello spielen – du kannst sein, wer du bist. Es ist eine Geschichte, die auch heute noch funktioniert.
