FAZ 28.02.2026
17:39 Uhr

2:0 gegen Heidenheim: Werder Bremen gelingt Befreiungsschlag


Erst vergibt er kläglich, dann erlöst Jovan Milošević Werder Bremen im brisanten Keller-Duell. Für die Heidenheimer sieht es derweil düster aus.

2:0 gegen Heidenheim: Werder Bremen gelingt Befreiungsschlag

Die Flutlicht-Masten im Weserstadion flackerten nach dem Schlusspfiff in Grün-Weiß, die Mannschaft versammelte sich im Kreis und Trainer Daniel Thioune atmete erleichtert durch. Werder Bremen hat im Abstiegskampf nach einer langen Durststrecke wieder ein Lebenszeichen gesendet. Dank Jovan Milosevic setzte sich der Traditionsklub im Kellerduell gegen den 1. FC Heidenheim mit 2:0 (0:0) durch. Die leidgeplagten Fans sangen: „Nur der SVW“. Milosevic ließ die Anhänger mit seinem Treffer in der 57. Minute jubeln, zudem unterlief Hennes Behrens (90.+7) kurz vor Spielende ein Eigentor. Für Thioune, Nachfolger von Horst Steffen, war es nach drei Pleiten in seinen ersten drei Spielen der erste Sieg. Werder sprang mit nun 22 Punkten zunächst auf Rang 16. „Die Erleichterung ist groß. Es war aber nur der erste Schritt, es sind noch zehn Spiele zu spielen“, sagte Bremens Romano Schmid bei DAZN. Die Heidenheimer von Trainer Frank Schmidt sind wohl nicht mehr zu retten, statistisch gesehen sind sie bereits abgestiegen. Denn: Mit einer Ausbeute von nur 14 Punkten nach 24 Spielen hat im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel noch kein Team am Saisonende den Klassenerhalt geschafft. „Unsere Position ist echt mies nach der Niederlage. Es wäre schon mehr als Wunder, wenn wir da unten noch rauskommen“, sagte Schmidt am Sky-Mikrofon resigniert. „Ich bin keiner, der hofft. Ich bin einer, der normalerweise dran glaubt, aber das fällt mir gerade genauso schwer wie unseren Fans.“ Seinem Team habe „sehr viel“ gefehlt. „Wir waren nicht in der Lage dagegen zu halten, wir waren im Kopf sehr langsam.“ VAR nimmt Bremer Führungstor zurück Unter der Woche hatten sich Bremer Führungsspieler mit Fan-Vertretern zu einem „Schulterschluss“ getroffen, vor der Partie heizte ein Capo dem Team mit einer leidenschaftlichen Rede über die Stadionmikrofone noch einmal ordentlich ein – und so machte Werder auch von Beginn an Druck. Doch der Ball wollte trotz guter Möglichkeiten einfach nicht rein: Der vermeintliche Führungstreffer durch Olivier Deman (26.) wurde wegen einer Abseitsposition nach einem Videobeweis wieder einkassiert, Milosevic (36.) vergab aus kurzer Distanz kläglich und Romano Schmid (45.+2) traf nur den Pfosten. Heidenheim konzentrierte sich vor allem auf die Defensive – und so musste Werder stets aufpassen, nicht in einen Konter zu laufen. Wie etwa beim Versuch von Arijon Ibrahimovic (41.). Insgesamt war beiden Teams vor 40.000 Zuschauern nach den dürftigen Ergebnissen der vergangenen Wochen der Mangel an Selbstvertrauen deutlich anzumerken. Die Angst, einen womöglich folgenschweren Fehler zu machen, war förmlich spürbar. „Bei allem Respekt: Werder Bremen sollte in der Lage sein, ein Heimspiel gegen Heidenheim zu gewinnen“, hatte Thioune vor der Partie gesagt, doch seinem Team fehlte es neben dem nötigen Glück vor dem Tor allzu oft auch an den nötigen Ideen, um die Heidenheimer Abwehr zu knacken. Doch dann passte plötzlich alles zusammen: Schmid flankte gefühlvoll in den Strafraum, Milosevic nickte per Kopf aus rund fünf Metern eiskalt ein. Und das Weserstadion explodierte. Danach drängte Heidenheim immer stärker nach vorne, um die drohende Niederlage irgendwie noch zu verhindern. Werder versuchte alles, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen – so sahen die Zuschauer keine hochklassige, aber immerhin spannende Partie. Justin Njinmah (86.) und Keke Topp (90.+2) verpassten jeweils die Vorentscheidung. Auf der Gegenseite vergab Mathias Honsak (90.+6) den Ausgleich, ehe Behrens' Eigentor alles klarmachte. Danach drängte Heidenheim immer stärker nach vorne, um die drohende Niederlage irgendwie noch zu verhindern. Werder versuchte alles, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen - so sahen die Zuschauer keine hochklassige, aber immerhin spannende Partie. Justin Njinmah (86.) und Keke Topp (90.+2) verpassten jeweils die Vorentscheidung. Auf der Gegenseite vergab Mathias Honsak (90.+6) den Ausgleich, ehe Behrens' Eigentor alles klarmachte.