Der Dreamliner mit dem Namen Berlin ist das erste Flugzeug der Jubiläumsflotte, mit der die Lufthansa an ihre Gründung im Jahr 1926 erinnern möchte. Die Sonderlackierung greift den Kranich in spektakulärer Weise auf, den der Grafiker Otto Firle schon 1918 entworfen hatte — damals als Markenzeichen für die Deutsche Luftreederei, eine Vorläuferin der Luft Hansa und deren Nachfolgerin Lufthansa. Im Januar 1926 fusionierten auf Initiative der Reichsregierung die Deutsche Aero Lloyd AG und die Junkers Luftverkehr AG zur Deutschen Luft Hansa AG. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen die Alliierten dann 1951, die Luft Hansa abzuwickeln. Noch im selben Jahr fasste die Bundesregierung aber den Entschluss, wieder eine deutsche Fluggesellschaft aufzubauen. Am 1. April 1955 nahm die neue Lufthansa den Betrieb auf. Im Jubiläums-Design, intern auch XXL-Kranich genannt, werden dem Dreamliner ein Airbus A380, ein Airbus A350-1000, ein Airbus A350-900 und ein Airbus A320 sowie eine Boeing 747-8 folgen. Die Flugzeuge sollen nach und nach die außergewöhnliche Lackierung erhalten, bis zum Herbst 2026 sollen alle für die Jubiläumsflotte vorgesehenen Flugzeuge mit dem Jubiläumsdesign versehen sein. Der nun in Frankfurt angekommene Dreamliner trägt den Namen der Hauptstadt Berlin. Im Oktober hat die Lufthansa ein Flugzeug desselben Typs in Dienst gestellt, die der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) auf den Namen „Frankfurt am Main“ taufen durfte. Das Langstreckenflugzeug mit der Kennung D-ABPF verbindet seit dem 9. Oktober im Linienbetrieb Frankfurt mit der kanadischen Millionen-Metropole Toronto. Zwischen Frankfurt und der Lufthansa gibt es seit 65 Jahren eine Taufpatenschaft. Der Dreamliner ist das siebte Flugzeug mit diesem Namen. Auch der erste Airbus A380 der Lufthansa trug ihn. Das erste Lufthansa-Flugzeug überhaupt namens Frankfurt war eine Boeing 707. Bis 2030 erwartet die Lufthansa-Gruppe nicht weniger als 100 neue Langstreckenflugzeuge, von denen etwa die Hälfte in Frankfurt am Main stationiert werden soll. Ein Dreamliner verbraucht der Lufthansa zufolge im Schnitt noch 2,5 Liter Kerosin je Passagier und 100 Kilometer Flugstrecke. Für die Lufthansa-Variante mit 294 Sitzplätzen bedeutet das bei voller Auslastung etwa einen Verbrauch von 735 Litern auf 100 Kilometer. Im Vergleich zu Vorgängermodellen entspricht das laut Lufthansa einem um ein Viertel geringeren CO₂-Ausstoß. Der Dreamliner namens Frankfurt ist das erste Langstreckenflugzeug am Heimatdrehkreuz der Kranich-Linie, das über das neue Kabinenkonzept Allegris verfügt. Die Konzernleitung und die 2024 in die roten Zahlen gerutschte Kernmarke Lufthansa Airline setzen in das neue, milliardenschwere Allegris-Programm große Erwartungen. Ein „deutlich verbesserter Komfort in allen Reiseklassen“ soll am Ende auch wieder bei der Kern-Airline der Gruppe zu Umsatzsteigerung und Gewinn führen.
