FAZ 28.02.2026
17:51 Uhr

1:0 gegen Union Berlin: Gladbacher „Lucky Punch“ in der Nachspielzeit


Trainer Polanski sitzt wieder fester im Sattel bei den Fohlen: Gladbach beendet seine Negativserie dank eines späten Elfmetertors gegen Union Berlin.

1:0 gegen Union Berlin: Gladbacher „Lucky Punch“ in der Nachspielzeit

Eugen Polanski atmete tief durch und nahm dann erleichtert Matchwinner Kevin Diks in den Arm. Durch das späte Elfmetertor des Abwehrspielers (90.+4) stoppte Borussia Mönchengladbach den freien Fall in der Fußball-Bundesliga, die Erlösung war nach dem 1:0 (0:0) gegen Union Berlin überall im Borussia-Park spürbar. Damit sitzt auch Trainer Polanski wieder fester im Sattel. „Wir haben sehr verdient gewonnen, auch wenn es am Ende ein Lucky Punch war“, sagte Polanski bei Sky. „Hut ab, dass er ihn reinhaut“, fügte Sportchef Rouven Schröder in Richtung Diks an. Diks verwandelte den Foulelfmeter nach Videobeweis gekonnt. Der Sieg war für die überlegene, vorne aber lange Zeit zu harmlose Borussia verdient. Union bleibt trotz der Niederlage im gesicherten Mittelfeld. „Wir waren heute nicht auf der Höhe. Das war wohl unser schlechtestes Spiel der Saison“, sagte Rani Khedira. „Am Ende zählt nur das Ergebnis“, hatte Polanski vor dem Spiel gesagt – und direkt Mut bewiesen: Der Gladbacher Coach machte den 17 Jahre alten Offensivspieler Wael Mohya zum jüngsten Startelf-Debütanten der Vereinsgeschichte. Auch Polanskis Mannschaft begann forsch und bestimmte nach vorsichtigem Beginn das Spielgeschehen. Einziges Manko blieb die Chancenverwertung. Einen Kopfball von Haris Tabakovic lenkte Frederik Rönnow gekonnt über die Latte (18.), aus der folgenden Druckphase machte die Borussia zu wenig. Akzente setzen konnte dabei auch Mohya. Der Youngster, 2025 mit Borussias U17 deutscher Meister, ließ sein Können immer wieder aufblitzen. 10:2 Torschüsse für die Borussia Bis zur Pause nahm der Unterhaltungswert für die 52.488 Fans wieder deutlich ab. Borussias Schwung war verpufft, Union schloss seine wenigen Konter zu ungenau ab. Erst in der Nachspielzeit vergab auch Diks (45.+2) aus vier Metern. Polanski klatschte beim Pausenpfiff dennoch zufrieden in die Hände, 10:2 Torschüsse gaben ihm recht. Union kam etwas bemühter aus der Kabine, mehr vom Spiel hatte aber weiter die Borussia. Das Problem: Spätestens am Strafraum war wie schon in den vergangenen Wochen Endstation. Folge waren zunehmend Versuche aus der Distanz wie von Philipp Sander (56.) und Jens Castrop (60.). Darunter litt auch das Niveau der immer umkämpfteren Begegnung. Zumindest die Gladbach-Fans peitschten ihre Elf aber weiter nach vorne. Ein vermeintlicher Treffer von Diks sorgte dann auch für Ekstase – doch der VAR griff ein, da Rocco Reitz in der Entwicklung des Tores im Abseits stand. Borussia reagierte wütend, aber zunehmend verzweifelt. Doch dann gelang die späte Erlösung dank Diks. Erst in der Nachspielzeit verwandelte er einen Foulelfmeter, nachdem Unions Stanley Nsoki Hugo Bolin an der Strafraumlinie getroffen hatte.