FAZ 27.01.2026
05:54 Uhr

(+) Zum Schoa-Gedenktag: Der Stützpunkt Ponary


In Polen gilt diese Erzählung von Józef Mackiewicz als einer der wichtigsten literarischen Texte über die Schoa. Auf Deutsch erschien sie nur einmal – und ist schon lange nicht mehr auffindbar. Wir veröffentlichen sie abermals.

(+) Zum Schoa-Gedenktag: Der Stützpunkt Ponary

Es ist noch nicht so lange her, da schob sich der Wald wie ein Keil in die Stadt Wilna hinein. Und zwar an jener Stelle der Gleisstränge, wo ihre beiden süd­lichen Abzweigungen ansetzen, die nach Lida und nach Grodno führen. Hier wuchs der Wald auf den Hügeln, bis man ihn nach jenem großen Kriege lichtete und nur die Eichen stehen ließ. Später fällte man auch die Eichen und ließ nur Haselnusssträucher übrig, hier und da einen jungen Vogelbeerbaum und dergleichen Unterholzreste. Die in diesem Gebüsch weidenden Kühe und Ziegen der Eisenbahner zerrupften die Sträucher, fraßen die Rinde herunter, zertrampelten die Böschungen. Dann wurden die Hügel in Beschlag genommen für den ständig im Ausbau befindlichen Wilnaer Güterbahnhof: sie wurden von Kohlenstaub geschwärzt und von Schornsteinen verqualmt. Schließlich errichtete man auf ihnen irgendwelche Militär- oder Munitionsdepots.

Zum Winterwandern braucht man Stiefel, Spikes und zwei Ohren. Die Geräusche, die der Skitourismus im Paznaun-Tal rund ums österreichische Ischgl macht, sind weit weg.

Fisch zu Hause zubereiten? Machen die Deutschen ungern. Unser Autor zeigt mit einem Rezept aus Taiwan, warum man davor keine Angst zu haben braucht – auch nicht vor anhaltenden Essensgerüchen.

Sie will sich nicht auf ein Genre festlegen lassen, aber Schreiben ist ihr alles: Margaret Atwoods Erinnerungen „Book of Lives“ sind jetzt auf Deutsch erschienen.

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