FAZ 16.11.2025
16:24 Uhr

(+) Zoll-Deal mit Trump: Die Kapitulation der Schweiz


Der Zoll-Deal mit Trump ist ein Armutszeugnis für die Schweiz. Die Regierung hat vor der Macht des Geldes kapituliert und einer Handvoll Wirtschaftsführern das Heft des Handelns überlassen.

(+) Zoll-Deal mit Trump: Die Kapitulation der Schweiz

Von der Schweizer Wirtschaft fällt eine große Last ab. Auf Exporte in die USA sind bald Zusatzzölle von 15 statt 39 Prozent zu zahlen. Darauf haben sich die Schweizer und die amerikanische Regierung verständigt. Jubelstürme entfacht diese Einigung indes nicht. Zwar agieren die Schweizer Exporteure fortan wieder auf Augenhöhe mit ihren Rivalen aus der EU. Aber der willkürliche 15-Prozent-Zoll liegt immer noch deutlich oberhalb der Schwelle von durchschnittlich zwei Prozent, die in der Schweiz galt, bevor Donald Trump mit seiner Zollwut die globale Wirtschaftsordnung auf den Kopf stellte. Zudem handelt es sich bisher nur um eine unverbindliche Absichtserklärung. Erst weitere Verhandlungen werden zeigen, ob daraus ein belastbares Abkommen wird. Der US-Präsident ist stets für neue Volten gut. Zudem braucht es das Plazet des Schweizer Parlaments und vielleicht sogar des Volks. Ein Selbstläufer ist das nicht, zumal der Burgfrieden unter sehr fragwürdigen Umständen zustande gekommen ist.

Die Einigung im Zollstreit mit den USA kam durch den Einsatz führender Wirtschaftsvertreter zustande, die Trump reich beschenkten. Wirtschaftsminister Guy Parmelin verteidigt das Vorgehen: „Wir haben unsere Seele nicht an den Teufel verkauft.“

Die Gehälter von Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen sind laut einer Studie viel langsamer gewachsen als die Verdienste aller Arbeiter und Angestellten. Das widerspricht einer gängigen These.

Eine Langzeitanalyse der Messe München zeigt: Die Unternehmen blicken wieder mit Zuversicht nach vorn. Die aktuelle Lage wird dagegen sehr schlecht eingeschätzt.

Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

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