Mehr Weimar-Apokalyptik als 2025 war selten in der bundesdeutschen Politik. Das könnte ein „schlimmer Vorbote für Verhältnisse wie in der Weimarer Republik sein“, orakelte Markus Söder, nachdem Friedrich Merz am 6. Mai im ersten Wahlgang nicht die für die Kanzlerschaft erforderliche Stimmenzahl erreicht hatte. Auch Merz selbst malte schon zu Jahresbeginn das Scheitern der ersten deutschen Demokratie als Menetekel an die Wand. Weimar sei nicht erst durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten gescheitert, sondern viel früher „an der mangelnden Fähigkeit der politischen Parteien der demokratischen Mitte, zu gemeinsamen Lösungen zu kommen“, sagte er Ende Januar. Zuvor war es Merz nicht gelungen, SPD und Grüne für seinen Fünf-Punkte-Plan zur Eindämmung der Migration zu gewinnen, der dann im Bundestag auf die Stimmen der AfD eine Mehrheit fand.
