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07.03.2026
09:43 Uhr
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Liebe auf den ersten Swipe? In Dating-Apps verdichten sich alte Repräsentationsmuster, Marktlogiken und die Sehnsucht nach realer Nähe. Hier steht der Mensch auf der Probe – mit erheblichen Folgen.

Im feinen Nadelstreifenanzug, mit farblich aufeinander abgestimmten Schuhen und Business-Shopper schaut Bernd (Name geändert) mit festem Blick in die Ferne. Seine rechte Hand steckt lässig in der Hosentasche, während die Sonne seine Silhouette als Schlagschatten auf eine cremefarbene Marmorwand wirft. Es ist das erste Bild, das auf seinem Dating-App-Profil erscheint, und es zeigt ihn so, wie er gesehen werden möchte.
1993 war Péter Nádas nach einem Herzinfarkt für kurze Zeit klinisch tot. Jetzt legt der Schriftsteller Fotografien vor, die seine Obsession mit Licht und Schatten bis an die metaphysische Grenze treiben.
„Wir waren schon mal viel weiter“: Der Magdeburger „Polizeiruf 110“ thematisiert die Folgen der Abtreibungsdebatte für betroffene Frauen. Das gerät leider sehr plakativ. Die Schauspieler retten den Film mit Mühe.
Jahrzehntelang sollte „wahre“ Bücherliebe von falschen Neigungen abgegrenzt werden. Der Buchwissenschaftler Ernst Fischer zeigt in seinem neuen Standardwerk: Gerade das Obsessive macht Bibliophilie interessant.