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07.09.2026
12:06 Uhr
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Die einen laufen mit schwarz-rot-goldenen Socken herum, während die anderen ihren Heimatbegriff problematisieren: der Wahlabend in Sachsen-Anhalt.

Im Paulusviertel in Halle stoßen sie zwei Stunden vor Bekanntgabe der ersten Prognose für das Wahlergebnis an mit den Worten: „Auf den Weltuntergang“. Die Sonne scheint, das Eis in der Hafermilch schmilzt, Stimmung ist angespannt. Schon am Bahnhof kommt es einem vor, als ob etwas Drängendes in der Luft läge, etwas, das nach einer Entscheidung verlangte: Kommt jetzt die Machtübernahme von rechts, oder kommt sie nicht? Ein Mann mit Rennrad hat sich ostentativ in eine Deutschlandfahne gehüllt und empfängt die Ankommenden vor der Bahnhofshalle als drohendes Vorzeichen. Sogar seine Socken sind schwarz-rot-gold gefärbt, was einen etwas überambitionierten Eindruck macht, immerhin ist ja keine Weltmeisterschaft, sondern nur Wahltag. Nur?
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Redakteur im Feuilleton.
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