FAZ 27.11.2025
10:35 Uhr

(+) Ursula von der Leyen: Sie gibt nicht auf


In ihrer zweiten Amtszeit an der Spitze der EU-Kommission wird Ursula von der Leyen von allen Seiten angefochten. Allerdings ist es nicht ihre Art, vor Konflikten davonzulaufen.

(+) Ursula von der Leyen: Sie gibt nicht auf

Mitte August saßen sieben Anführer Europas bei Donald Trump im Weißem Haus, es ging um die Zukunft der Ukraine. Der amerikanische Präsident stellte vor laufenden Kameras einen Gast nach dem anderen vor. Seinen Golffreund, den finnischen Präsidenten Alexander Stubb, konnte er zunächst nicht finden, obwohl der ihm direkt gegenübersaß. Der Finne sehe „besser aus als jemals zuvor“, so überspielte Trump den Fauxpas. Bei Friedrich Merz fiel ihm die Sommerbräune auf – „wo bist Du so braun geworden?“, raunzte er dem Kanzler zu. Dann kam Ursula von der Leyen an die Reihe. „Ich glaube, Sie sind mächtiger als alle anderen an diesem Tisch“, sagte der Gastgeber.

John F. Kennedy hat seine Bachelorarbeit über die Appeasement-Politik gegenüber Hitler unter den Titel gestellt: „Why England slept“. Gegenüber Putin schläft diesmal jemand anders.

Der US-Sondergesandte Witkoff steht in der Kritik, weil er Moskau Tipps zum Umgang mit Trump gegeben haben soll. Die dürfte Putin aber gar nicht nötig haben.

Großbritannien bietet 75 Millionen Euro für Zugang zum Rüstungsprogramm SAFE der EU – die aber fordert Milliarden. Die Zeit für eine Einigung drängt.

Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

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