FAZ 07.02.2026
09:38 Uhr

(+) Umweltkrise in Lappland: „Ökozid ist ein Verbrechen“


Klimakrise und Naturraubbau setzen den Rentierhirten und ihrer Kultur in Lappland zu. Ein Besuch bei der Aktivistin Anna Morottaja vom Volk der Inarisami in Finnland.

(+) Umweltkrise in Lappland: „Ökozid ist ein Verbrechen“

Mit der Natur stimmt etwas nicht mehr. „Sie fühlt sich irgendwie feuchter an“, sagt Anna Morottaja, „wenn ich früher Brennholz schlug und einlagerte, blieb es hell und trocken bis zum Winter. Jetzt verfärbt es sich grau oder grün. Es wird sogar schimmelig. Und schau mal auf die Felle von den Rentierbeinen unterm Vordach! Sie hängen da, um zu trocknen. Wir machen daraus Schuhe für den Winter. Seit einiger Zeit werden auch die Häute fleckig und setzen Schimmel an. Das gab es früher nie. Wir haben die größeren Felle liegend gelagert – mit Holzspänen dazwischen, damit die Luft zirkuliert. Sie wurden allein durch Lufttrocknung haltbar gemacht. Sami haben nie Chemikalien verwendet.“

Weisheit der samischen Kultur in überwältigender Naturschönheit: Eine Winterreise durchs norwegische und finnische Lappland führt in eine Welt majestätischer, aber bedrohter Sanftmut.

Alles kann in diesem Roman immer in sein Gegenteil verkehrt werden – aber der argentinische Schriftsteller César Aira weiß, wie „Der Hase“ läuft.

Man könnte neidisch werden: Während das Deutsche Fotoinstitut nicht vorankommt, erfindet sich das Nederlands Fotomuseum, eines von dreißig Nationalmuseen des Landes, im Handumdrehen neu und bezieht in Rotterdam ein Lagerhaus der Jahrhundertwende.

Redakteur im Feuilleton.

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