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29.09.2026
21:23 Uhr
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Im Hölderlinturm trifft Poesie auf Therapie: Die kleine Sonderausstellung „Schreiben für die Seele“ zeigt, wie Texte Krisen lindern können. Ihre Stärken liegen allerdings ausgerechnet jenseits der Literaturgeschichte.

„Oft scheint die Innerheit der Welt umwölkt, verschlossen / Der Menschen Sinn von Zweifeln voll, verdrossen / Die prächtige Natur erheitert seine Tage / Und ferne steht des Zweifels dunkle Frage.“ Diese berühmten Zeilen aus Hölderlins Gedicht „Aussicht“ datierte der Dichter um rund anderthalb Jahrhunderte zurück und signierte sie: „Mit Untertänigkeit Scardanelli“. Bis heute scheiden sich die Geister an der Frage, wie dies und anderes zu verstehen ist. In der neuen Sonderausstellung im Hölderlinturm zu Tübingen, wo der Dichter die letzten sechsunddreißig Jahre seines Lebens verbrachte, bleibt die Frage jedoch eher eine Randnotiz: „Schreiben für die Seele“ widmet sich der Schnittstelle zwischen Literatur und Psychotherapie.
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