Eine Liveschaltung war technisch noch nicht möglich, deshalb war Kaiser Wilhelm II. nicht Augenzeuge, als das deutsche Kanonenboot mit dem aus der Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs berühmten Namen Panther am 6. September 1902 vor Haiti ein unter der Flagge des karibischen Freistaats segelndes Kriegsschiff namens Crête-à-Pierrot versenkte. Aber der Kaiser wurde naturgemäß unverzüglich über diese erfolgreiche Aktion des deutschen Schiffs der Iltis-Klasse unterrichtet, das erst am 15. März 1902 in Dienst gestellt worden war und seinen ersten Einsatz im Inland absolviert hatte, einen Besuch der Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf, ohne die Boomtown am Rheinufer unter Beschuss zu nehmen. Wilhelm II. übermittelte dem Kommandanten der Panther seine allerhöchste Genugtuung, indem er eine Depesche in die Karibik sandte, die Bernhard Teutsch-Lerchenfeld 1913 in seinem Buch „Deutschland zur See“ als „huldreiches Telegramm“ umschrieb. Dem Kaiser genügten zwei Wörter:: „Bravo Panther!“
