FAZ 03.01.2026
10:50 Uhr

(+) Tolkien aus neurechter Sicht: Faszination für Fantasy als Fanatismus


Kulturelle Hegemonie braucht bodenständige Helden: Wie Tolkiens „Herr der Ringe“ zum Idealbuch neurechter Deutung geworden ist.

(+) Tolkien aus neurechter Sicht: Faszination für Fantasy als Fanatismus

Die italienische Premierministerin Georgia Meloni benennt ein politisches Fes­tival nach Atréju, einer Figur aus Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ von 1979. Und J. R. R. Tolkiens „Herr der Ringe“ ist für die Rechtspopulistin ein Kultbuch: Meloni nennt in ihrer Autobiographie „Ich bin Georgia – Meine Wurzeln, meine Vorstellungen“ den Hobbit Samwise Gamgee, genannt Sam, als ihre „Lieblingsfigur. Dieser sei nämlich bereit, für eine größere Sache, den ultimativen Kampf des Guten gegen das Böse und den Erhalt des ursprünglichen Auenlandes, einzustehen. Sam sei jemand, der, „vom Schicksal herausgefordert, seine Pflicht tut, uner­schrocken, entschlossen, bereit, sich selbst in Gefahr zu bringen, um die anderen zu retten“. Es gibt also noch Helden in Melonis Welt.

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