FAZ 20.02.2026
13:10 Uhr

(+) „Tatort“ aus Dortmund: Wer bitte soll ernsthaft so reden wie diese Kommissare?


Prostituierte, Clan-Mitglieder und offene Ermittlungen: Im Dortmunder „Tatort: Schmerz“ tauchen Figuren auf, die von den Jugoslawienkriegen gezeichnet sind. Außerdem muss noch ein Mord aus einer älteren Folge aufgeklärt werden.

(+) „Tatort“ aus Dortmund: Wer bitte soll ernsthaft so reden wie diese Kommissare?
Auf dem SZ-Podium: Clemens Baumgärtner (zweiter von links), OB Dieter Reiter (Mitte) und Dominik Krause (zweiter von rechts), moderiert von Ulrike Heidenreich und René Hofmann, den beiden Ressortleitern für München, die Region und Bayern. (Foto: Catherina Hess)

Rotlichtmilieu. Mehrere Tote. Erster Verdacht: Unterweltkalamitäten. Naheliegend, aber für die Öffentlich-Rechtlichen zu seicht. Also gibt es einen historischen Hintergrund, und der wird im Pressedossier als „Gewaltgeschichte der Jugoslawienkriege“ bezeichnet. Die Zeugin eines Mordes (Lorena Jurić) ist Bosnierin, arbeitet als Prostituierte und hat schlimme Dinge erlebt. Ermittlerin Ira Klasnić (Alessija Lause) nimmt sie bei sich auf und fühlt sich direkt mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert. Dort hat auch der Galerist Lorik Duka (Kasem Hoxha) einen Platz; er ist Clan-Mitglied und regelmäßigen Zuschauern des Dortmunder „Tatorts“ schon bekannt: windige Type, allerdings eher unauffällig im Vergleich zu seiner Schwester Klea (Elda Sorra), die zwar keine Katze, aber blofeld­mäßig ein Schoßhündchen krault.

Die Außenminister Frankreichs und Deutschlands sollen auf ein böswillig zusammengeschnittenes Filmchen hereingefallen sein, behauptet die UN-Sonderberichterstatterin für Palästina. Das stimmt nicht.

Sex, Poledance, späte Karrieren: Verena Lueken porträtiert elf Frauen über 80, die das Klischee der „alten Frau" sprengen – voller Ehrgeiz, Eigensinn und Lebenslust.

Wer trägt die Schuld am Untergang der ersten deutschen Demokratie? Ute Daniel sieht die Hauptverantwortung beim unkontrollierten Militär – und hat eine Liste mit Empfehlungen für die Gegenwart parat.

Redakteur im Feuilleton und stellvertretender Leiter Feuilleton Online.

Schlagworte: