FAZ 28.11.2025
07:02 Uhr

(+) TV-Kritik Maybrit Illner: Stochern im Kriegsnebel


Bei Maybrit Illner diskutiert ein halbes Dutzend Gäste über Trumps Plan für die Ukraine. Die Debatte liefert Erkenntnisse über den Zustand des Westens.

(+) TV-Kritik Maybrit Illner: Stochern im Kriegsnebel

Mit dem Nebel des Krieges leben deutsche Talkshow-Master mittlerweile im vierten Jahr – so wie alle, die sich mit der Lage in der Ukraine befassen. Welche Stadt noch von den Ukrainern gehalten wird oder schon an die Russen gefallen ist, über wie viel Munition die Verteidiger noch verfügen, wie viele eigene Soldaten der Kreml Tag für Tag in den Tod schickt – all das ist für die meisten Augen unsichtbar. Fehlende und widersprüchliche Informationen, Fehleinschätzungen und Irrtümer, sie alle sind typisch und führen zu Unschärfen, schon bei den Militärs auf beiden Seiten, aber noch viel stärker bei Diskutanten in einem Fernsehstudio, zwei Länder und über 1500 Kilometer weiter westlich.

Der US-Sondergesandte Witkoff steht in der Kritik, weil er Moskau Tipps zum Umgang mit Trump gegeben haben soll. Die dürfte Putin aber gar nicht nötig haben.

Europäer und Ukrainer zeigen sich nach den Genfer Verhandlungen optimistisch – und fühlen sich von US-Außenminister Rubio gehört. Moskau dagegen setzt auf Trumps alten Plan.

Kiew und Washington loben ihre Gespräche. Von einer Deadline bis Donnerstag und einem 28-Punkte-Plan ist keine Rede mehr. Russland setzt seinen Krieg unvermindert fort.

Chef vom Dienst Online.

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