FAZ 15.12.2025
06:11 Uhr

(+) Soziologe Didier Eribon: „Was ist das für eine Gesellschaft, die ältere Menschen so behandelt?“


Der Soziologe Didier Eribon redet über Pflegeheim, das Verhältnis zu seiner Mutter und das höhere Lebensalter.

(+) Soziologe Didier Eribon: „Was ist das für eine Gesellschaft, die ältere Menschen so behandelt?“

Etwas außer Atem, aber pünktlich steht Didier Eribon in der Tür. Das Interview findet im Lesezimmer eines kleinen Hotels im Frankfurter Bahnhofsviertel statt. In Deutschland und auch in Frankfurt ist er schon oft gewesen, bei seiner Lesung am Abend an der Uni Frankfurt wird der Saal voll sein – wie zumeist bei ihm. Das verdankt der französische Intellektuelle vor allem dem Bestseller „Rückkehr nach Reims“ (2016), der hierzulande 118.000-mal verkauft wurde. Darin beschreibt Eri­bon seinen Bildungsaufstieg vom Ar­beiterkind in der Provinz zum gefeierten Pariser Soziologen. Er ist ein Bühnenprofi, sollte man meinen. Beim Gespräch wirkt er jedoch unerwartet schüchtern, zieht die Hemdärmel verlegen über die Handgelenke. Dabei ist er es gewohnt, über Privates zu sprechen. Sein jüngstes Buch „Eine Arbeiterin. Leben, Alter und Sterben“ handelt von den letzten Wochen seiner Mutter im Pflegeheim. Und wie stets verbindet er auch hier persön­liche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Analysen.

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