FAZ 01.12.2025
09:02 Uhr

(+) Sind Boomer unerwünscht?: Für manche Männer ist die Redezeit abgelaufen


Es heißt, männliche Autoren der Boomer-Generation seien schwer vermittelbar. Möchten die Literaturhäuser nur noch junge, weibliche Gesichter auf der Bühne? Eine Recherche.

(+) Sind Boomer unerwünscht?: Für manche Männer ist die Redezeit abgelaufen

Der sogenannte alte weiße Mann, so ist zu hören, sei auf deutschen Literaturhausbühnen kein begehrter Gast mehr. Er sei „schwer vermittelbar“, hieß es in einem Interview mit fünf Frauen, die in bekannten Verlagshäusern für Veranstaltungen mit Autoren zuständig sind. Besonders hart treffe die stärker auf Diversität setzende Einladungspolitik der Häuser den weniger bekannten älteren Schriftsteller, der ein ernstes Thema verhandle. Der prominente ältere Autor (zumal von populären Sachbüchern) – etwa Eckart von Hirschhausen, Florian Illies, Peter Stamm – hat dagegen weniger Resonanzprobleme, auch wenn sein Stern ehedem heller strahlte. Präsentieren in den Literaturhäusern hierzulande also hauptsächlich junge Frauen, ­Autorinnen mit Migrationshintergrund und nonbinäre Jungstars ihre Bücher vor einem nach wie vor zumeist älteren Publikum?

Humor gilt immer noch als Männerdomäne – als könnten Frauen Männer rein biologisch nicht zum Lachen bringen. Und dann ist da Kabarettistin Teresa Reichl, angetrieben von ihrer Wut auf das Patriarchat.

Wie ich mich am 100. Geburtstag des großen Filmregisseurs der DDR, Konrad Wolf, an seinen Film „Der nackte Mann auf dem Sportplatz“ erinnere. Und an Bilder, die nicht verstummen wollen.

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Redakteurin im Feuilleton.

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