Der sogenannte alte weiße Mann, so ist zu hören, sei auf deutschen Literaturhausbühnen kein begehrter Gast mehr. Er sei „schwer vermittelbar“, hieß es in einem Interview mit fünf Frauen, die in bekannten Verlagshäusern für Veranstaltungen mit Autoren zuständig sind. Besonders hart treffe die stärker auf Diversität setzende Einladungspolitik der Häuser den weniger bekannten älteren Schriftsteller, der ein ernstes Thema verhandle. Der prominente ältere Autor (zumal von populären Sachbüchern) – etwa Eckart von Hirschhausen, Florian Illies, Peter Stamm – hat dagegen weniger Resonanzprobleme, auch wenn sein Stern ehedem heller strahlte. Präsentieren in den Literaturhäusern hierzulande also hauptsächlich junge Frauen, Autorinnen mit Migrationshintergrund und nonbinäre Jungstars ihre Bücher vor einem nach wie vor zumeist älteren Publikum?
