Wäre es nicht wunderbar, Therapien für Alzheimer, Epilepsie oder Depressionen zunächst risikofrei am Computer zu testen und die Patienten erst anschließend ganz gezielt mit den vielversprechendsten Ansätzen zu behandeln? Diese Idee des virtuellen Patientengehirns steckt in der Strategie, einen digitalen Zwilling des Gehirns zu entwickeln. Seit rund einem Jahrzehnt arbeiten die Neurowissenschaften daran. Innerhalb zweier Jahrzehnte sind aus der sehr abstrakter Grundlagenforschung mehrere hundert Veröffentlichungen jährlich geworden, die sich wie das internationale Großprojekt Ebrains erste medizinische Anwendungen beschäftigen. Die Voraussetzung dafür: noch bessere Bildgebungsverfahren, leistungsstärkere Supercomputer und neue KI-Modelle.
