Im August 1933 verließ ein Frachtdampfer das russische Murmansk, nahe der Grenze zu Norwegen. Über 100 Passagiere waren an Bord der Cheliuskin, darunter zehn Frauen und ein Kind – ein zweites wurde unterwegs geboren. Außerdem: Kühe, Schweine und jede Menge Kohle. Die Expedition sollte beweisen, dass die Nordostpassage für den Transport von Fracht geeignet war, auch ohne Eisbrecher. Sie bewies das Gegenteil. Kurz vor der Beringstraße fror das Schiff im Eis fest und driftete monatelang umher. Bis am 13. Februar 1934 meterdickes Packeis den Schiffsrumpf zermalmte. „Das Schiff bebte, stöhnte, krächzte wie ein Lebewesen“, beschrieb es später ein Funker. Der Frachter versank. Die Menschen an Bord konnten sich und ihre Ausrüstung rechtzeitig retten. Zwei Monate überlebten sie in einem Camp auf dem knackenden, driftenden Eis. Dann wurden die letzten von Rettungsfliegern evakuiert.
